HowTo: Buffalo Linkstation Backup abbrechen
Verfasst von princo am 19.01.2009
Immer wieder landen Leute über die obigen Suchbegriffe auf dieser Seite. Kein Wunder, denn es gibt auf der Linkstation tatsächlich ein paar fiese Probleme, welche das Backup betreffen.
Problembeschreibung: Ein eingetragener Backup-Job „findet kein Ende“, man kann ihn nicht abbrechen, und selbst bei einem Neustart der Linkstation steht beim betreffenden Auftrag immer die Meldung „Backup wird durchgeführt“. Leider kann man den Auftrag auch nicht mehr editieren, weil er entsprechende Button nicht mehr verfügbar ist.
Erklärung: In diesen Fällen ist das Backup nicht korrekt beendet worden. Normalerweise erfolgt ein Eintrag in der entsprechenden Job-Datei, welches das Ende anzeigen soll, aber aus unerfindlichen Gründen funktioniert das manchmal nicht.
Die nachfolgenden Lösungsmöglichkeiten beziehen sich nur auf solche hängengebliebenen Backup-Jobs. Sie beschreiben nicht, wie man ein ganz regulär laufendes Backup abbricht!
Backup-Jobs dauern auf der LS normalerweise ziemlich lange. Entweder läßt man sie weiterlaufen, oder man fährt die LS einfach herunter, was dann aber zwangsläufig zu einem hängenden Backup-Job führt.
Lösung 1 (gemäß Buffalo-Support): Über den Menüpunkt Wartung -> Initialisierung -> „Konfiguration der LinkStation auf Voreinstellungen zurücksetzen“ kann man dieses Problem beheben.
Dieses Vorgehen hat aber einen ganz großen Nachteil: Die abgespeicherten Dateien bleiben zwar erhalten, aber sämtliche Konfigurationseinstellungen sind danach verloren. Also alle eingerichteten Benutzer und Zugriffseinstellungen sind dann weg, und müssen neu eingerichtet werden. Das ist wegen der extrem langsamen Oberfläche der Linkstation natürlich keine besonders angenehme Arbeit. Aber es gibt ja noch Lösung 2
Lösung 2: Hierbei wird direkt auf der Linkstation der fehlerhafte Eintrag für den Backup-Job korrigiert. Dabei bleiben sämtliche Einstellungen der Box erhalten, und das Backup kann dann erneut durchgeführt werden.
Dazu wird die Box „gehackt“, d.h. mittels eines bestimmten Programms wird der sog. Telnet-Zugang auf der Box aktiviert und man kann sich dann mittels Telnet auf die Box begeben, und die notwendigen Änderungen vornehmen.
Voraussetzung: Auf dem eigenen Rechner muß Java installiert sein (was in den meisten Fällen bereits der Fall ist), und außerdem braucht man den ACP-Commander, welchen man hier herunterladen kann.
Man speichert die Datei acp_commander.jar am Besten in ein eigenes Verzeichnis, öffnet dann eine Kommandozeile und wechselt dort in dieses Verzeichnis.
Dann gibt man dieses Kommando ein (natürlich muß man die richtige IP-Adresse der Linkstation dort einsetzen):
java -jar acp_commander.jar -t IP-Adresse-der-Linkstation -o (Enter)
Wenn alles korrekt funktioniert hat, dann erscheint als letzte Zeile der Ausgabe das hier:
You can now telnet to your box as user 'root' providing no / an empty password.
Danach geht man mit Telnet auf die Linkstation:
telnet IP-Adresse-der-Linkstation (Enter)
root (Enter)
Nun kann man den hängenden Backup-Job wieder verfügbar machen. Man muß dazu nur die Nummer des „hängengebliebenen“ Job kennen. In diesem Beispiel wird angenommen, daß der Job mit der Auftragsnummer 2 betroffen ist:
vi /etc/melco/backup2 (Enter) :s/run/err/ (Enter) ZZ exit (Enter)
Bitte unbedingt auf die exakte Eingabe achten (z.B. den Doppelpunkt nicht vergessen!), und auch die Groß-/Kleinschreibung peinlich genau berücksichtigen.
Durch diese Kommandos wird der Status des Backup-Jobs auf Error (err) gesetzt. Dadurch kann man ihn in der Backup-Liste wieder ansprechen. Ganz Mutige können auch statt err die Zeichenfolge done einsetzen. Konkrete Auswirkungen auf den Betrieb der Linkstation hat das zwar nicht, aber dann wird einem der Job auch nicht als fehlerhaft angezeigt.
Schlußbemerkungen: Trotz der bekannten Unzulänglichkeiten der Linkstation (Admin-Oberfläche und Backups laufen nur sehr langsam) sollte man auf gar keinen Fall auf ein regelmäßiges! Backup verzichten. Ganz besonders, wenn die dort abgespeicherten Dateien sonst nirgendwo als Duplikat vorliegen. Auch in der Linkstation läuft eine ganz normale Festplatte, und die kann auch ganz normal kaputt gehen.
Für Danksagungen und Rückfragen gibt es die Kommentarfunktion.
CT-Verleubnet
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Klaus K sagte
Danke, Lösung 2 hat bestens funktioniert.
princo sagte
Gern geschehen
bogenfisch sagte
Dieser Tip habe ich seit lange gesucht !
Danke.
Bolle sagte
DANKE – hat super geklappt.
Nun habe ich jedoch noch heine Frage: Habe ich jetzt hierdurch etwas manipuliert, was andere nutzen können, um auf die Live zugreifen zu können? Muss ich jetzt irgendwie alles wieder herstellen oder so?
princo sagte
Die Antwort ist ein klares „Jein“: Mit dem acp-commander schaltest du den Telnet Zugang frei, um auf die Box zugreifen zu können. Nach einen Neustart der Box ist der Telnet Zugang wieder deaktiviert.
Aber jeder, der Zugriff auf dein internes Netz hat, kann mittels acp-commander diesen Zugang wieder aktivieren, und hat dadurch auch Zugriff auf sämtliche Daten der LS ohne dafür ein Passwort knacken zu müssen.
Für eine sichere Speicherung von sensiblen Daten ist eine LS auf keinen Fall geeignet.
Hendrik sagte
perfekte Anleitung, so was kann man gut gebrauchen
DANK
mmm sagte
hallo,
habe mir gerade die buffalo-ls 1tb gekauft und beim ersten backup ist mir das beschriebene schicksal passiert (ich habs unterbrochen, weil es mindestens eine woche gedauert hätte). bevor ich nun direkt auf die festplatte im o.a. sinn gehe, möchte ich alle bislang auf der festplatte gesicherten daten löschen. das gelingt deswegen nicht, weil ich immer wieder die meldung bekomme, dass das verzeichnis nicht leer ist. ich kann aber keine versteckten dateien drin erkennen. wie also kann ich die festplatte so putzen, dass auch nix mehr drauf ist?
für ne kleine hilfe wär ich sehr dankbar. habe es auch schon auf dos-ebene probiert, überalle bekomme ich dieselbe fehlermeldung.
princo sagte
Ich weiß nicht, ob bei den neueren Buffalo-LS noch die gleiche Weboberfläche wie bei meinem (etwas älteren System) verwendet wird.
Bei meiner Linkstation gibt es in der Weboberfläche den Menüpunkt „Datenträgerverwaltung“ mit dem Unterpunkt „Datenträgerformatierung“. Damit kannst du die Festplatte löschen.
Zusätzlich steht dir im Menüpunkt „Wartung“ der Unterpunkt „Initialisierung“ zur Verfügung, womit du das System auch komplett zurücksetzen kannst. Dabei verschwindet dann auch die Fehlermeldung mit dem fehlgeschlagenen Backup.
Auf keinen Fall solltest du versuchen, die Daten über den oben beschriebenen Telnet-Zugang zu löschen. Wenn man sich damit nicht ganz genau auskennt kann man die LS in einen unbrauchbaren Zustand versetzten, aus dem man sie nur mit großer Fachkenntnis wieder zurückholen kann. Auf der Platte sind nämlich nicht nur deine eigenen Daten gespeichert, sondern auch die komplette Intelligenz der Steuerung (Weboberfläche, Benutzerkonten, Freigaben, usw.). Wenn man hier zuviel löscht, startet die LS hinterher nicht mehr.