Da gibt es so eine Firma, die verkauft einen Fleischersatz aus Milch, und um den Verkauf anzukurbeln, haben sie natürlich auch eine Webseite dafür gemacht.
Diese Webseite weist allerdings ein ganz besonderes Feature auf: Jeder Internetnutzer kann auf dieser Seite eigene Inhalte darstellen. Dafür muß man nicht einmal irgendwelche Sicherheitsmechanismen überwinden, es reicht aus, wenn man die URL dieser Seite etwas modifiziert.
Damit kann man dann z.B.:
- auf besondere Eigenschaften des Produkts hinweisen.
- neue Rezeptvorschläge einbringen
Der Blogger Janosch hat auf seiner Webseite humorvoll auf dieses interaktive Feature hingewiesen, und dies mit einem Screenshot illustriert.
Eigentlich eine tolle Sache für diese Firma, so sollte man meinen. Da bekommen sie kostenlose Werbung von einem Blogger, und darüber sollten sie sich doch eigentlich freuen.
Das tun sie aber nicht.
Sie aktivieren einen Anwalt. Und der schickt eine Unterlassungsaufforderung.
Das ist der Punkt, wo die Sache richtig albern wird. Er soll den Link auf die Seite, und den Screenshot entfernen, und das auch noch zackzack, sonst gibt es richtig Ärger.
Meinen bescheidenen Rechtskenntnissen zufolge hat Janosch aber nichts Falsches getan. Der Screenshot ist völlig legal, weil es ein Bildzitat ist, und einen bestimmten Sachverhalt dokumentiert, und der Link auf die betreffende Seite kann schon mal gar nicht illegal sein, es sei denn, die Seite selbst wäre nicht legal. Er hat auch keine unwahren Tatsachenbehauptungen getätigt.
Was wollen diese Experten eigentlich von Janosch?
Wollen sie ihn einfach nur ärgern, oder haben die gar nicht begriffen, um was es überhaupt geht?
Nun, so absurd die Sache auch ist, der Janosch hat derzeit ein Problem. Er läuft Gefahr, in einen kostspieligen und nervenaufreibenden Rechtsstreit hineingezogen zu werden, welchen er gar nicht zu verantworten hat. Er hat es doch nur gut gemeint.
Aber ihr könnt ihm helfen: Dafür müsst ihr nicht einmal Geld spenden, oder irgendetwas Aufwändiges tun. Es reicht völlig aus, wenn ihr auf diesen Unterstützungslink klickt (je öfter, desto besser).
Verbreitet diesen Link bitte weiter, egal ob per Twitter, Mail oder Messenger. Postet ihn in euren Foren oder auf Webseiten. Seid kreativ.
Ein internationales Anwaltskonsortium wird sich dann sehr wahrscheinlich der Sache annehmen und diesem Spuk ein Ende bereiten, ohne daß dem Janosch dadurch irgendwelche weiteren Scherereien entstehen.
(via Wut!)
Nachtrag zum Artikel:
Nachdem das Thema einige kontroverse Diskussionen an anderer Stelle ausgelöst hat, möchte ich noch einige Anmerkungen hinzufügen.
Es geht mir nicht darum, dieser Firma irgendwelchen Schaden zuzufügen. Die betreffende Webseite weist aber eine Funktionalität auf, welche sich sehr leicht für wirklich bösartige Aktionen nutzen ließe. Die hier aufgeführten Beispiele in den Links sind dabei sogar noch relativ harmlose Demonstrationen.
Die verantwortliche Firma hält es aber anscheinend nicht für nötig, diese Möglichkeit technisch zu unterbinden, was innerhalb von wenigen Minuten ganz leicht zu bewerkstelligen wäre. Damit übernimmt sie möglicherweise gleichzeitig die Verantwortung dafür, was man mit diesen „Feature“ böswillig anfangen könnte (Mitstörerhaftung?).
Aber anstelle sich um die technische Sicherheit des eigenen Angebots zu kümmern, wird mit der großen juristischen Keule auf den Überbringer der schlechten Nachricht losgegangen.
Von allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten dürfte diese die wohl mit Abstand Unsinnigste sein.
Es ist erschütternd, daß für einige Firmen der Rechtsanwalt leichter zu erreichen ist als der Techie, der das Problem sofort lösen könnte.
Über juristische Spitzfindigkeiten möchte ich an dieser Stelle nicht weiter äußern, dies wird ggfs. ein fähiger Rechtsbeistand übernehmen.
Dieser Artikel wäre übrigens nicht geschrieben worden, wenn die Firma adäquat reagiert, und das Problem einfach abgestellt hätte. Ich werde diesen Artikel zurückziehen, wenn die Grundlage dafür entfallen ist. Dies habe ich übrigens in der Vergangenheit auch bei anderen Vorfällen so gehandhabt. Fehler können immer passieren, es kommt halt nur darauf an, was man daraus macht.
In diesem Sinne.
Noch ein Nachtrag (30.06.09):
Wie man diesem Beitrag entnehmen kann, gibt es eine Einigung zwischen dem anderen Blogbetreiber und der angesprochenen Firma. Der Stephan Janosch wird für seine Veröffentlichung nicht belangt, und muß auch nichts zahlen.
Ich habe daher die lustigen Links herausgenommen.
Allerdings scheint es immer noch möglich zu sein, beliebige Inhalte auf der Webseite zu plazieren. Obwohl diese (u.U. sehr gefährliche) Funktionalität spätestens seit dem 26.06.09 der Firma bekannt ist, hat es dort keine Veränderungen gegeben.
Der geneigte Leser mag sich darüber seine eigenen Gedanken machen.

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