Die Memoiren des Josh K. Phisher

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Archiv für die Kategorie ‘Abuse’

Lustiges Geldverbrennen bei verdienstflatrate.de

Verfasst von princo am 22.11.2009

Es heißt ja, daß jeden Tag ein Dummer aufsteht, und daß die Menschen betrogen werden wollen. Das ist nix Neues, daran hat man sich ja schon gewöhnt, und es braucht schon eine besondere Dreistigkeit, um aus dem großen stinkenden Haufen menschlicher Dummheit besonders heraus zu ragen.

(Anmerkung: Die Fertigstellung dieses Artikels wurde immer wieder verzögert, weil ich von einem Lachanfall in den nächsten taumelte.)

Eine gute Gelegenheit, die eigene Doofheit unter Beweis zu stellen, bietet einem die Webseite des „Clubs der Millionäre“ an.

Auf dieser Webseite wird einem die unglaubliche Möglichkeit suggeriert, mit dem lächerlichen Einsatz von nur 49,99 Euro innerhalb von fünf Monaten einen Verdienst von 24.950,00 Euro zu erwirtschaften.

„Erwirtschaften“ ist allerdings ein viel zu schwacher Begriff, denn nur allzu leicht könnte man auf die Idee kommen, daß man dafür auch etwas tun müßte:

Aber nein! Der Deppengenerator auf verdienstflatrate.de sagt doch tatsächlich:

„Ihr Verdienst steigt Monat für Monat in die Höhe und das vollautomatisch, ohne dass Sie was machen müssen.“

Warum ist dieser Mann eigentlich nicht in der Regierung? Der hat doch die Lösung für seine eigenen sämtliche Geldprobleme glasklar dargelegt. Ich dachte ja immer, daß die Matrazentestermasche die Krönung des Schwachsinns darstellt, aber das Kerlchen hier toppt das alles.

In dem Stil geht es weiter. Die Aussagen auf der Webseite sind widersprüchlich und wenig glaubhaft. So wird ständig von immensen Gewinnmöglichkeiten fabuliert, aber es wird nirgends der konkrete Ablauf dargelegt. Die „Teilnahmebedingungen“ können jederzeit nach Lust und Laune vom Veranstalter geändert werden und wenn man sich mal die (unsinnige) Mühe macht, das dort aufgebaute Luftschloß durchzurechnen, so stellt man sofort fest, daß diese ganze Sache nicht mal im Ansatz funktionieren kann.

Aber es kommt noch viel besser: Auf dieser verdienstflatrate-Seite gibt es eine Unterseite „Nachweise“, auf der „der Rechtsanwalt“ [sic!] (welcher namentlich nicht näher bezeichnet wird), den angeblichen Nachweis erbringt, daß die ganze Angelegenheit kein Schneeballsystem sei, und daß die betreffende Webseite rechtlich einwandfrei wäre. Diese Nachweise werden in Form von eingescannten Dokumenten geführt, bei denen es einige Auffälligkeiten gibt. So wurde z.B. der Name und die Kanzlei des Rechtsanwalts unkenntlich gemacht. Außerdem fehlt eine Seite, was sich aus der unterbrochenen Seitennummerierung erkennen läßt. Nur ein Versehen? Was steht denn auf der fehlenden Seite? Update: Die angeblichen Nachweise des Rechtsanwalts wurden jetzt von der Seite entfernt.

Die Seiten wurden lt. Dokumenteninformation am 19.11.2009 eingescannt. Am 21.11.2009 22:57 Uhr stellte jemand auf frag-einen-anwalt genau die gleichen Fragen zu diesem Themengebiet. Hieß der Fragesteller zufällig Thomas Wos, und wenn ja, warum gibt jemand doppelt Geld aus, um eine Frage zu klären, die doch so absolut wasserdicht ist?

Es mag ja möglich sein, daß die Seite über die Verdienstflatrate juristisch korrekt ist, obwohl ich da persönlich ganz anderer Meinung bin, aber das sagt überhaupt nichts über die Seriosität des Konzepts aus. Zum Einen kann einem jeder Grundschüler vorrechnen, daß die Sache rein mathematisch nicht funktionieren kann, und zum Anderen sollte dies einem auch der gesunde Menschenverstand sagen. Zu diesem Thema gibt es übrigens HIER eine sehr schöne Diskussion, und ich bin wirklich gespannt, was das zuständige Finanzamt von dieser tollen Flatrate halten wird :mrgreen:

Wer bei einem solchen System mitmacht, der leidet wohl unter einem gehörigen Realitätsverlust, und dem ist wahrscheinlich nicht zu helfen. Aber wie sieht es eigentlich mit dem Seitenbetreiber aus?

Betrieben wird die Seite von Thomas Wos aus Dettenheim, seines Zeichens „Geschäftsführer“ und „International Director“ diverser Unternehmungen, deren Bekanntheitsgrad und erkennbare Geschäftstätigkeit irgendwo bei unter Null angesiedelt ist.

Beispielsweise bei dem Anzeigenblatt(?) „Südwestblatt“. Laut Eigendarstellung erreicht diese Zeitschrift(?) mit einer wöchentlichen/monatlichen/unregelmäßigen erfundenen Auflage von 150.000 Stück einen Leserkreis(?) von 330.000 Personen. Laut dem o.a. Xing-Profil hat dieses Blatt angeblich sogar 4.000 Abonnenten (lol).

Grund genug, sich dieses geniale Machwerk des deutschen Printhandwerks mal näher anzuschauen, oder vielmehr dessen Online-Ableger. Gut, es gibt sicher hübscher gestaltete Seiten, aber darauf kommt es ja gar nicht an. Entscheidend ist doch, daß hier den Anzeigekunden eine attraktive Möglichkeit gegeben wird, den eigenen Umsatz anzukurbeln (Wirtschaftskrise und so).

Dummerweise ist der Anzeigenteil, welcher online einsehbar ist, ziemlich … leer.

OK, da habe ich vielleicht nur falsch geschaut, oder die machen gerade einen stillen Relaunch der Webseite und die Anzeigen sind deshalb gerade nicht verfügbar, das kann ja alles mal vorkommen.

Ein befreundete rumänische Hackergruppe konnte mir glücklicherweise weiterhelfen. Mittels einer speziellen Crackersoftware machte sie den KOMPLETTEN DATENBESTAND sämtlicher Anzeigenkunden des „Südwestblattes“ sichtbar (LINK). Die Daten reichen bis weit an die Gründungszeit des Anzeigenblattes zurück. Damit haben wir einen weiteren Datenskandal, der schmerzlich an die Vorgänge bei der Telekom und StudiVZ erinnert.

Ein weiterer herber Rückschlag für Thomas Wos, der auch mit dem Projekt „Fussballberater.com“ fürchterlich auf die Fresse gefallen ist (schaut mal ins dortige Forum: „Neuestes Mitglied: Admin“).

Aber halt! Da gab es doch mal die Seite „clubderreichen.de“ (derzeit ohne Inhalt). Vom Namen her klingt das ja fast so wie der o.a. „Club der Schwachköpfe Millionäre“. Lustig, daß diese Seite auch dem Thomas Wos gehört (hat dort zwar eine falsche Adresse angegeben, aber was soll’s). Lief dort etwa ein ähnliches System wie bei der verdienstflatrate.de? Wird der Verdienstflatrate womöglich das gleiche Schicksal ereilen wie dem „Club der Reichen“, oder dem Südwestblatt, oder den lustigen Fußballberatern? Warum hat Thomas Wos anscheinend so wenig Glück bei seinen Unternehmungen? Liegt es vielleicht daran, daß diese ganzen Geschäfte bisher reine Luftnummern waren? Wieso sollte ausgerechnet die „Verdienstflatrate“ das erste erfolgreiche Projekt von jemanden werden, der bislang noch nie etwas auf die Kette bekommen hat?

Mit dieser Meinung stehe ich übrigens nicht alleine da. So gibt es auf mlm-abzocker.com einen netten Artikel über diesen Intelligenztest für Minderbemittelte, und auch auf szene-insider.com kommt man aus dem Lachen nicht mehr heraus.

Fast hätte ich ich noch das Projekt „urlaub-wohlstand.com“ vergessen, bei dem Herr Wos als „Internationaler Coastal Vacations Direktor“ fungiert. Dort findet sich übrigens sogar ein Photo von Herrn Wos, welches ihn möglicherweise beim Kacken zeigt:

Zu „urlaub-wohlstand.com“ gibt es natürlich eine schöne Krankenakte, und hier auch.

Erstaunlich, wie sehr sich jemand auf die unsinnigsten Dinge einläßt, nur um zu vermeiden, seinen Lebensunterhalt mit ehrlicher Arbeit verdienen zu müssen.

Für die Leute, die meinem an diesem verkappten Schneeballsystem der „Verdienstflatrate“ dennoch teilnehmen zu wollen, habe ich hier eine nette Geschichte, deren Ursprung dem Komiker Karl Valentin zugeschrieben wird:

Sitzen zwei Männer im Zug.
Der eine isst Apfelkerne.
Da fragt der andere:
„Warum essen sie denn Apfelkerne?“
„Das macht intelligent.“
„Darf ich auch welche haben?“
„Ja, für fünf Euro.“
Er bezahlt fünf Euro, bekommt die Kerne und isst sie. Dann murmelt er kauend: „Eigentlich hätte ich mir für fünf Euro ja eine ganze Tüte Äpfel kaufen können!“
„Sehen sie, es wirkt schon!“

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Vorstrafe wegen des Zitierens von Liedtexten

Verfasst von princo am 27.10.2009

Wie man hier oder auch hier nachlesen kann, ist das Zitieren von Liedtexten eine Sache, welche einem sehr schnell eine Vorstrafe einbringen kann. Wahlweise 500 Euro Geldstrafe oder 50 Tage Knast (keine Seifenwitze bitte). Wohlgemerkt: Es handelt sich dabei nicht etwa um indiziertes Liedgut, sondern um frei zugängliche Songs, deren Texte sich jedermann völlig ungehindert hier und hier ansehen kann.

Man könnte nun darüber diskutieren, ob die betreffenden Textpassagen womöglich gegen die AGB von wer-kennt-wen.de verstoßen haben, immerhin handelt es sich dabei um ein Portal, bei dem für die Teilnehmer ein Mindestalter von 14 Jahren gilt.

Es ist allerdings bemerkenswert, daß ein solches Urteil über einen Heranwachsenden gesprochen wird, ohne daß er überhaupt Kenntnis von dem Verfahren, geschweige denn die Möglichkeit einer Anhörung hatte.

Bin gespannt, wie die Sache weiter geht.

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Battleship „fefes Blog“

Verfasst von princo am 22.10.2009

Der von mir sehr gern gelesene fefe hat in den letzten Tagen ein paar Bemerkungen in Richtung Wikipedia abgelassen.

Dann hat sich einer den Spaß gemacht, und einen Wikipedia-Artikel über fefes Blog verfasst. Bereits eine Minute nach Veröffentlichung hat jemand versucht, diesen Artikel löschen zu lassen.

Der absolute Knaller ist aber die derzeit laufende Löschdiskussion, bei der einigen Lösch-Trollen in der Wikipedia kein Argument zu dämlich ist, warum dieser Artikel unbedingt wieder verschwinden muß. Damit belegen sie aber (unfreiwillig?) genau die Kritikpunkte, welche fefe angesprochen hat.

Die Sache mit fefe und auch die Löschung des Artikels über MOGIS, was der eigentliche Auslöser war, zeigen sehr deutlich, daß die Wikipedia derzeit ein ganz massives Glaubwürdigkeitsproblem hat.

fefe hat einige sehr krasse Beispiele aufgeführt, die zeigen, wie in der Wikipedia systematisch Informationen verfälscht werden, Stichwort „zu Tode kürzen„.

Ja, die dortige Diskussion wird sehr aufgeregt und teilweise unsachlich geführt, wobei die Unsachlichkeit immer bei den Löschbefürwortern auftritt (könnt ihr in der Löschdiskussion leicht nachlesen).

Allerdings hat sich die Wikipedia-Community die Suppe selbst eingebrockt. Es geht gar nicht um den Eintrag von fefes Blog, sondern um das, was dieser Eintrag ausgelöst hat, und wie damit umgegangen wird. Der Eintrag selbst ist in gewisser Hinsicht tatsächlich nicht mal besonders relevant (fefe legt selbst gar keinen Wert darauf), aber um das zu verstehen, müßte man eine Weile bei fefe mitgelesen haben.

Interessant übrigens, daß sich die Wikipedia-Admins für ein Beibehaltung des Artikels aussprechen, sich aber gleichzeitig am liebsten in ein ganz dunkles Mauseloch verkriechen möchten, weil denen wohl noch am ehesten klar ist, welches Schwergewicht fefe in der Medienlandschaft tatsächlich darstellt.

Da wird in den nächsten Tagen noch ganz großes Kino in der Wikipedia stattfinden, und ich werde mich prächtig dabei amüsieren können.

Es besteht eine gewisse Hoffnung, daß die Wikipedianer den Warnschuß irgendwann doch verstehen, und anfangen, ihre ureigenen Probleme, was die Erstellung und Pflege einer Enzyklopädie betrifft, anzugehen.

Ich wünsche es ihnen jedenfalls von ganzen Herzen.

PS: Falls hier irgendwelche Meckerer aufschlagen, ich habe an der Wikipedia nie mitgearbeitet, und habe dies auch nicht vor. Allerdings habe ich mich über die Löschung von MOGIS-Verein und den anderen Manipulationen und faktischen Geschichtsfälschungen sehr aufgeregt. Das ist einfach eine riesige Sauerei gewesen, und ich bin fefe sehr dankbar, daß er die Dinge so auf den Punkt gebracht hat. Diese Ignoranz und Blockwartmentalität sollte es in der Wikipedia einfach nicht geben.

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Ein Kessel Buntes

Verfasst von princo am 08.10.2009

Da wäre erstmal ein schönes Photo, welches belegt, wie wichtig die richtige Perspektive beim Photographieren ist:

ankle

Dann hätten wir hier noch den Versprecher des Jahres, beim dem über die sog. „Fisting-Attacken“ berichtet wird:

(DirektFisting)

Dann keimte heute kurz Hoffung auf, als pöse Hacker den Webauftritt der CDU Gengenbach modifizierten, und dort den Rücktritt des Innenministers bekannt gaben:

Ruecktritt_Schaeuble

Nebenbei wurde heute ganztägig über den Volksempfänger das Radio verkündet, daß es in Berlin eine riesige Razzia gegeben hat, bei der 26 Wohnungen durchsucht wurden.

Dabei wurden allerdings weder Waffen noch Sprengstoff gefunden, und auch die dabei festgenommenen Personen sind gleich wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Leute, die keine Experten sind, würden die ganze Aktion wohl als „Schuß in den Ofen“ bezeichnen.

Dazu passt auch gut ein Hinweis auf die beiden vorsorglich festgenommenen Personen in München, wo sich jetzt herausgestellt hat, daß an der ganzen Sache nie etwas dran war. Die Festgenommenen haben nix, aber auch gar nix angestellt. Es ist nicht nur die gnadenlose Unfähigkeit der Ermittlungsbehörden, welche hier betroffen macht, sondern, daß diese Aktion sogar mit richterlicher Genehmigung durchgeführt wurde.

Zitat aus dem Beschluß zur Ingewahrsamnahme:

„An die Wahrscheinlichkeit eines Schadenseintritts sind umso geringere Anforderungen zu stellen, je größer und folgenschwerer der möglicherweise eintretende Schaden ist.“

Mit einer solchen Begründung kann man wirklich JEDEN einfach so von der Straße weg verhaften. Beeindruckend übrigens, wie viele Menschen deswegen gemeinsam auf die Straße gingen, und mit Lichterketten und Mahnwachen gegen diese völlig grundlosen, und wahnsinnig überzogenen Verhaftungen protestierten.

Zum Abschluß noch ein Link auf ein sehr schönes Bild von der Bauern-Demo in Brüssel.

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Demo „Freiheit statt Angst“ 12.09.2009

Verfasst von princo am 13.09.2009

Ca. 25.000 Menschen nahmen an der Demonstration „Freiheit statt Angst“ in Berlin teil. Es war eine bunte, teilweise laute, und vor allem friedliche Veranstaltung.

Friedlich? Nicht so ganz, denn am Ende der Demo mußten einige Polizisten unbedingt noch ihren Adrenalinstau los werden, und haben einige Demonstranten verprügelt.

Bei  diesem Vorfall war ich nur ca. 20m entfernt, und habe gerade mit René von Nerdcore ein paar After-Demo-Biere gekippt. Es gibt ein Video, welches gerade in den Blogs und sonstigen Medien rumgeht. Ich binde hier mal die „entwackelte“ Version ein.

Zu diesem Vorfall gibt es mittlerweile auch eine offizielle Presseerklärung der Polizei:

„Trotz wiederholter Aufforderungen, den Ort zu verlassen, störte insbesondere ein 37-Jähriger weiter. Die Beamten erteilten ihm schließlich einen Platzverweis. Nachdem auch dieser wiederholt ausgesprochen worden war und der Mann keine Anstalten machte, dem nachzukommen, nahmen ihn die Polizisten fest. Hierbei griff ein Unbekannter in das Geschehen ein und versuchte, den Festgenommenen zu befreien, was die Beamten mittels einfacher körperlicher Gewalt verhinderten.“

Versucht mal, diese Aussage anhand des Videos zu überprüfen:

(DirektGewalt)

Update: Es ist ein Video aufgetaucht, welches kurz vor der Prügelei gedreht wurde:

(DirektVorher)

Weitere Mitteilungen und eine aktualisierte Linksammlung über diese Aktion findet man übrigens bei fefe.

Meiner Meinung nach liegt hier tatsächlich ein krasses Fehlverhalten der Polizisten vor. Der Vorfall spielte sich am äußersten Rande der Demo ab, und der Radfahrer im blauen Hemd stellte keine Bedrohung dar, welche eine solche Maßnahme gerechtfertigt hätte.

Diese Polizisten sind eine Schande für die gesamte Berliner Polizei, und es bleibt zu hoffen, daß hier ernste Konsequenzen gezogen werden. Zum Glück hatten die Einsatzkräfte keine Helme auf (wozu auch, es war ja vorher alles friedlich gewesen), so daß man die Personen eindeutig erkennen kann. Trotzdem stellt sich die Frage, warum Berliner Polizisten immer noch keine eindeutigen Identifikationsnummern haben.

Hier noch ein paar Bilder vom Rest der Demo: Den Rest des Beitrags lesen »

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Vorgestern ./. Heute

Verfasst von princo am 19.08.2009

Schon immer mußten mißbrauchte Kinder herhalten, wenn es darum ging, dem dummen Volk faustdicke Lügen aufzutischen. Das zweite Video zeigt, daß wir aus dem ersten Video nichts gelernt haben.

Auf Deutschland kommen sehr dunkle Zeiten zu, wenn CDU und die FDP die nächsten Wahlen gewinnen sollten.

Aber diesmal kann niemand hinterher behaupten, er hätte von nichts gewußt.

Vorgestern:

(DirektGoebbels)

Heute:

(DirektZensursula)

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BKA-Skandal: Kinderpornographie soll im Netz bleiben

Verfasst von princo am 12.08.2009

Laut einem Bericht der TAZ führt das BKA bereits eine Liste von Seiten mit kinderpornographischen Inhalten (aka. dokumentierter Mißbrauch).

Da das Zugangserschwerungsgesetz noch nicht in Kraft ist, können diese Seiten nicht mit einem Stopp-Schild gesperrt werden.

Auf die Idee, daß man diese Seiten innerhalb weniger Stunden vom Netz nehmen könnte, und auch eine Strafverfolgung der Täter einleiten könnte, kommt anscheinend keiner der Beamten.

Wie oft wurde über dieses Thema schon diskutiert? Jeder Mensch auf der Welt, der einen Internetzugang besitzt, könnte diese Löschung veranlassen. Warum ist das den BKA-Beamten nicht möglich?

Hier ist eine schnelle Antwort auf diese Fragen unbedingt nötig.

Jetzt gibt es den offiziellen Beweis dafür, daß es niemals um die Eindämmung von Kinderpornographie ging, sondern nur um die Schaffung einer Zensurinfrastruktur.

Es ist einfach ekelhaft, ich könnte kotzen.

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Zu Besuch im Euro VIP Casino

Verfasst von princo am 08.08.2009

In meiner kleinen Spam-Analyse hatte ich ja angekündigt, daß ich mir dieses seltsame Euro VIP Casino näher anschauen werde.

Dieses seltsame Casino wird ganz extrem per Spam beworben, und macht bei mir mehr als ein Drittel des deutschsprachigen Spams aus.

Sehr auffällig dabei ist, daß die beworbenen Webseiten ständig (im Prinzip mindestens täglich) wechseln.

Da wären zum Beispiel:

  • casinoclubwonderful.net
  • globalrainbowcasino.net
  • galaxygreatgame.net
  • globalcasinolife.net
  • playcasinoglobal.net
  • vegaskingcasino.net
  • casinolinelife.net
  • playlinecasino.net
  • wonderfulcasinoclub.net
  • casinoclubwonderful.net
  • casinolinevegas.net
  • linestarcasino.net
  • casinolinesilver.net
  • casinovivaglobal.net
  • globalopencasino.net
  • linecasinogreat.net
  • citygreatgame.net
  • casinowonderfulstar.net
  • usw.

Viele Leute wundern sich, wie das Ganze funktioniert. Warum werden Seiten beworben, die am nächsten Tag bereits abgeschaltet sein können? Damit stehen die Leute doch gleich wieder vor verschlossenen Türen. Wie kann man so Geld verdienen?

Die Lösung dafür ist dreigeteilt und ganz simpel:

1. Die genannten Domains sind reine Wegwerf-Webseiten. Die brauchen gar nicht lange existieren, denn es geht dort nur darum, die Opfer dazu zu bringen eine „Zugangssoftware“ zu installieren. Wenn die erstmal installiert ist, dann läuft jegliche weitere Kommunikation nur noch darüber. Die ursprüngliche Seite wird nicht mehr benötigt. Man kann sich dort auch gar nicht „einloggen“ oder ähnliche Dinge tun. Natürlich gibt es auf diesen Seiten auch keinen Hinweis auf den Anbieter, aber dazu später mehr.

2. Auf den Webseiten werden die Inhalte grundsätzlich von einem ganz anderen Server per iFrame eingebunden. Derzeit ist das der Server von „euclubcasino.net“. Dort liegt auch die „Zugangssoftware“, welche man herunterladen soll. Damit will man vermeiden, daß „euclubcasino.net“ in irgendwelchen Sperrlisten landet. Die bespammten Domains können dadurch gefahrlos verbrannt werden. Die müssen nur während der eigentlichen Spamaktion zur Verfügung stehen.

Ich habe mal einen kleinen Screencast erstellt, um zu zeigen, wie das mit der Software funktioniert.

Leider kann ich diesen Screencast nicht direkt auf der Seite einbinden, daher wird  ein extra Fenster geöffnet. Es ist ratsam, sich das Video im Vollbildmodus anzusehen.

Link zum Screencast

Hierbei kommt es mir besonders auf die Demonstration an, wie die diversen „Geschäftsbedingungen“ verpackt werden. Die sind entweder gigantisch umfangreich, oder schlichtweg nicht vorhanden.

Ich habe im Video die eigentliche Anmeldung nicht vorgenommen, habe dies in der Vorbereitung allerdings getan. Dafür habe ich natürlich Fantasiedaten verwendet, weil ich sehen wollte, wie das dort weiter geht. Besonders die Zahlungsmöglichkeiten haben mich besonders interessiert. Einen direkten Hinweis auf den Anbieter habe ich dort übrigens nicht finden können. Dies klärte sich aber recht schnell und auf eine kuriose Weise auf.

Der unerwartete Chat:
Ich klickte also etwas in dieser „Software“ herum, als sich plötzlich und unverlangt eine Art Chatfenster öffnete:

Chat01

Chat02

Chat03

Anscheinend werden dort die Anmeldedaten von einem Humanoiden überwacht, der sich dann recht schnell einschaltet. Sauber.

Lustigerweise konnte er mir nicht sagen, wer sein Chef ist, aber er gab den entscheidenden Hinweis darauf, wie die Sache genau funktioniert: Ich sollte mich für weitere Rückfragen an support@magicboxcasino.com wenden.

Das klang auf einmal ziemlich plausibel, weil die Software genau diesen Namen im Logo führt (und nicht etwa Euro VIP Casino, wie ich es erwartet hätte). Ruft man nun diese Domain im Browser auf, klärt sich alles mit einem Schlag auf.

Dort gibt es zwar auch den Download für die „Zugangssoftware“, aber die liegt auch direkt auf dem Server magiboxcasino.com (und nicht auf euclubcasino.net, wie bei den bespammten Seiten).

Der Clou ist nun, daß es dort einen Link auf ein Affiliate-System gibt.

Die Sache läuft so:

  1. Das Magic Box Casino führt die eigentlichen „Glückspiele“ durch, und stellt die dafür erforderliche Infrastruktur bereit. Diese „Firma“ macht auch das Inkasso der Spieleinsätze.
  2. Das Euro VIP Casino ist eine davon völlig losgelöste Fantasiefirma, welche eine eigene Form der „Zugangssoftware“ per Spam unter die Leute bringt.
  3. Die „Zugangssoftware“ vom Euro VIP Casino hat vermutlich eine interne Kennung, welche bei der Installation an das Magic Box Casino übermittelt wird.
  4. Dafür bekommt das Euro VIP Casino vom Magic Box Casino eine Provision. Ob sich diese Provision pro erfolgreicher Installation oder gar nach Umsatz der Spieler berechnet, kann ich nicht sagen.

Verstanden?

Das Magic Box Casino kann so immer behaupten, daß es mit der Spammerei nichts zu tun hat, obwohl sie davon natürlich massiv profitieren. Sie bezahlen die Bande um das Euro VIP Casino dafür, daß die diese Drecksarbeit übernehmen.

Mir ist es übrigens nicht verständlich, wie jemand auf die Idee kommen kann, daß man bei einem Online-Kasino eine effektive Chance auf einen Gewinn hätte. Da wird nix kontrolliert, die Software könnte manipuliert sein, die Betreiber bleiben unerkannt, und das Ganze riecht schwer nach organisierter Kriminalität.

Wahrscheinlich spielen dort genau die Leute mit, die sich gepresste Hühnerscheiße als Viagra andrehen lassen.

Nachtrag 09.08.2009: Eine schöne Screenshot-Sammlung der immer gleichen Layouts findet sich hier.

PrivilegeClub

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Spam, aktuell — eine ganz private Statistik

Verfasst von princo am 06.08.2009

Ich habe mich nach langer Zeit mal wieder dem Inhalt meines Spam-Ordners gewidmet. Den schau ich zwar regelmäßig nach fehlgeleiteten Mails durch, aber der restliche Inhalt interessiert mich normalerweise weniger.

Das ist allerdings ein ziemlicher Fehler, wie ich feststellen mußte, denn in den letzten Jahren hat sich auf diesem Gebiet ziemlich viel getan.

Für die Analyse des Spams habe ich auf das wirklich exzellente Programm popfile zurückgegriffen, welches (nicht nur) für diese Zwecke ideal geeignet ist (irgendwann muß ich mal einen eigenen Artikel darüber schreiben).

Das Programm wurde daher von mir so trainiert, daß es zwischen deutsch- und fremdsprachigen Mails unterscheidet, und diese dann in einige weitere Unterkategorien aufteilt. Das hört sich komplizierter an, als es ist, denn dafür mußte ich nur ein paar IMAP-Unterordner anlegen, und eingehende Mails in die richtigen Kategorien verschieben. Bereits nach ca. 11 Mails hatte das Progamm eine Trefferquote von über 60%, welche danach steil anstieg. Nach drei Tagen hat das System jetzt eine Quote von annähernd 100%.

Wohlgemerkt: Es geht hierbei nicht etwa darum, daß das Programm nur eine Unterscheidung zwischen „guter Mail“ und Spam trifft, sondern daß das Programm die Mails in (derzeit) zehn verschiedene selbst gewählte Kategorien korrekt einsortiert, und zwar ohne den Einsatz von händisch erstellten Filterregeln oder gar externen Blocklisten.

Die Ergebnisse haben mich wirklich überrascht. Waren früher deutschsprachige Spam-Mails eher selten, so machen sie mittlerweile ca. 1/4 des gesamten persönlichen Spamaufkommens aus:

20090805 Spamauswertung Sprachen

Es zeigte sich, daß es ein sinnvoller Ansatz ist, diesen Spam getrennt voneinander zu betrachten. „fremdsprachiger Spam“ bedeutet übrigens, daß es sich um Mail in englischer Sprache handelt. Ich haben außer Englisch und Deutsch keine weiteren Sprachen im Spam vorgefunden (die analysierten Mailadressen gehören zu einer .de Domain).

Auswertung des fremdsprachigen Spams:

20090805 Spamauswertung fremd

Spam-Mails in englischer Sprache kann ich in folgende Kategorien einteilen:

  • Diplome: Hier wird mir der Erwerb von diversen Universitätsabschlüssen angeboten.
  • Pillen: Viagra und Konsorten. Obwohl diese Mails den Großteil des englischsprachigen Spams ausmachen (ca. 80%!!!), wird man immer auf eine gleichartig getaltete Webseite weitergeleitet. Würde man nur dieses Angebot stilllegen, so würde das weltweite Spamproblem mit einem Schlag eliminieren.
  • Yahoo-Groups: Das sind Mails, in denen ein Link auf groups.yahoo.com/… enthalten ist. Folgt man diesem Link, dann wird man auf einen weiteren Link weitergeleitet, der einem entweder Acai Berrys (ein nutzloses Schlankheitsmittel), geklaute Software, oder gefälschte Uhren (Replicas) andrehen möchte. Interessant ist hier der Vergleich mit den entsprechenden deutschsprachigen Mails (weiter unten).

Schaut man sich dagegen den deutschsprachigen Spam an, so ergibt sich ein völlig anderes Bild:

20090805 Spamauswertung deutsch

  • Pillen: 1/3 des deutschsprachigen Spam geht auf das Konto der dubiosen Firma „Swisspotenz“ oder auch „Potenzmittel-Online“ , die ihre nutzlosen und gefährlichen Medikamente, die schwerste Gesundheitstörungen hervorrufen können, per Spam bewirbt. Ich grüße an dieser Stelle die rattenscharfen angeblichen „Wissenschaftlerinnen“ Prof. Michelle Metzler, Dr. Prof. Tanja Hissberger, Prof. Sabrina Grede, Dr. Petra Bremert, Prof. Uta Herbert, Prof. Steffanie Bossack, Dr. Prof. Sabrina Hofman und all die anderen Mädels, welche mich so intensiv mit Spam zuballern. Zeigt lieber eure Titten, dann haben alle was davon.
  • Yahoo-Groups: Es gibt hier die gleiche Situation, wie in der fremdsprachigen Kategorie, alle Links zeigen auf den gleichen Anbieter. Warum das so ist, werde ich in einem weiteren Artikel erläutern. Allerdings werden hier die Mails etwas ausführlicher verfasst.
  • Lolita-A: Diese Kollegen sind die Einzigen, welche für eine Pornoseite spammen. Die Mails kommen angeblich von Absenderinnen, deren Name mit A beginnt (wie Abigail, Adey, Adrianne, Alfi und Alika)
  • Euro VIP Casino: Diese Kategorie ist mal ein ganz besonderes Bonbon. Ungefähr 1/3 des deutschsprachigen Spams entfallen alleine auf diese Klassifizierung. Das war Grund genug für mich, hier mal etwas genauer hinzuschauen. Das Ergebnis ist so bemerkenswert, daß ich es in einem eigenen Artikel abhandeln werde.

Zwischenspiel:

Ich kann nur schwer beurteilen, inwiefern meine Ergebnisse repräsentativ sind. Die von mir beobachteten Mailadressen sind aber schon viele Jahre in den Händen diverser Adresshändler (dank eines Providerlecks), und daher kann ich schon von einer gewissen Relevanz der Ergebnisse ausgehen.

Was mir bei der Betrachtung aufgefallen ist: Ich habe weder eine Porno-Mail für Adult-Angebote (bis auf die Kategorie Lolita-A), noch eine Mail mit Aktienwerbung (Stock-Spam) erhalten. Diese Werbung scheint bis auf eine Ausnahme von der Bildfläche verschwunden zu sein, obwohl sie vor einigen Jahren noch den Löwenanteil des Spams ausgemacht hat.

Wenn ich meine eigenen Daten richtig interpretiere, dann hat in den letzten Jahren eine extreme Kannibalisierung bei den Spamversendern stattgefunden. Ich bekomme immer mehr Spam von immer weniger Leuten.

Das kann verschiedene Ursachen haben. So ist es gar nicht abwegig, wenn man unterstellt daß sich evtl.  eine große Anzahl von Spamversendern mittlerweile anderen Tätigkeitsfeldern zugewandt hat, weil Mail-Spam nicht mehr wirklich lukrativ ist. Am Spamaufkommen insgesamt ändert das leider nichts, weil die verbleibenden „Anbieter“ einfach in die Bresche springen.

KEINE der erhaltenen Spammails war rechtlich einwandfrei. JEDE dieser Mails hatte betrügerische Absichten als Hintergrund. In keinem einzigen Fall gab es so etwas wie eine Anbieterkennzeichnung, oder einen realen Verantwortlichen.

Die MEISTEN Spam-Mails haben Hinweise auf organisierten Kriminalität. Es geht um gefälschte Medikamente, gefälschte Uhren, und betrügerisches Glücksspiel. Diese Dinge werden tatsächlich im ganz großen Stil betrieben und erzeugen wirtschaftlichen Schaden in (geschätzter) Milliardenhöhe. Einige Wenige machen damit den großen Reibach, und lachen sich dabei eins ins Fäustchen.

Aber warum ist das so?

Fazit:.

Die Ergebnisse meiner kleinen Analyse zeigen mir eindeutig, daß Spam eine hochorganisierte Angelegenheit ist, und nur von relativ wenigen Leuten ausgeht.

Während ein immenser Aufwand getrieben wird, um eine angebliche Terrorgefahr einzudämmen, und dafür Mittel wie Vorratsdatenspeicherung, Kontoüberwachung und vieles weitere mehr geschaffen wurden, welche die Bürgerrechte massiv einschränken, bleiben diese Verbrechen, welche tatsächlich einen hohen wirtschaftlichen Schaden anrichten, einfach unbeachtet. Dabei wären die Hintermänner leicht zu ermitteln, wenn man der Regel „follow the money“ folgen würde.

Wird das ergaunerte Geld nur für Koks und Nutten ausgegeben, oder werden damit vielleicht doch Politiker bestochen, damit das lukrative Geschäft nicht gestört wird?

Oder werden damit Waffen gekauft und Terrorgruppen unterstützt? Es scheint zumindest eine sehr risikoarme Möglichkeit darzustellen, um schnell viel Geld in dunkle Kanäle zu leiten.

Fragen über Fragen.

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Google ist MEIN Freund

Verfasst von princo am 06.08.2009

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