Schmuddelbilder sind doch was ganz Feines. Besonders, wenn sie angeblich einen Star aus einer sehr bekannten Fernsehserie zeigen. Der Blöd-Zeitung ist das auch gleich eine Schlagzeile wert.
Natürlich wird das dort auch gleich mit den passenden Bildern belegt. Nur hatten die Leute große Mühe, die passenden Ausschnitte zu wählen, da dort nicht nur eine Frau, sondern eben auch ein Kurzschwanzmännchen abgebildet ist.
Nur ungerne zitiere ich aus dieser Quelle, aber bei dieser Meldung hat es mich heute fast zerrissen:
Rolf Eden (77) ist angeblich “Deutschlands letzter Playboy”. Auch im hohen Alter ist Herr Eden immer noch auf der Jagd nach hübschen jungen Frauen. Bei einer jungen Dame fing er sich dabei letztens einen Korb ein. Angeblich sagte sie zu ihm “Seien Sie mir bitte nicht böse, aber Sie sind mir zu alt.”.
Diese Abfuhr wurmte den Mann, der nach eigenen Angaben zwei- bis dreitausend Frauen verführt hat, derart, daß er die junge Frau jetzt bei der Staatsanwaltschaft wegen Alters-Diskriminierung angezeigt hat. Er ist ihr wohl doch böse gewesen.
Ich kann derzeit nicht erkennen, ob sich das AGG auf die spezifischen Nöte eines Playboys (nicht Callboys) anwenden läßt, bin mir aber ziemlich sicher, daß der Gesetzgeber etwas ganz anderes dabei im Sinn hatte. Warum Herr Eden diese Posse auch noch in der Bild-Zeitung breit tritt, weiß wohl nur er selber.
Kleine Anmerkung: viele Menschen fragen sich, wie es denn sein kann, daß sich junge und hübsche Mädchen überhaupt auf einen so alten Mann einlassen können.
Ich hatte vor sehr, sehr vielen Jahren mal die Gelegenheit, Herrn Eden persönlich kennen zu lernen. Nicht als Besucher seiner Diskotheken oder sonstigen Veranstaltungen, sondern im Rahmen meiner damaligen beruflichen Tätigkeit. Ich war sehr überrascht, daß sich Herr Eden als ein sehr aufmerksamer, interessierter und ausgesprochen angenehmer Gesprächspartner herausstellte. Es war so ziemlich das genaue Gegenteil von dem, was man durch seine öffentlichen Auftritte eigentlich erwarten würde. Keine Spur von Überheblichkeit oder gar Großkotzigkeit, er war sehr zuvorkommend. Kann mir gut vorstellen, warum ihn einige Frauen immer noch attraktiv finden. Der Mensch hat einfach etwas.
Umso mehr wundert mich jetzt diese seltsame Anzeige.
PS: habe Herrn Eden letzte Woche zufällig auf der Straße gesehen. Kann den Rückzieher der jungen Dame gut nachvollziehen
Bianca Ryan, Paul Potts und Cas Haley sind Menschen, welche durch die Sendungen “America’s Got Talent” und “Britain’s Got Talent” bekannt wurden.
RTL versucht nun, auf diesen Zug aufzuspringen, und sucht nun das angebliche deutsche “Supertalent”. So richtig in die Gänge ist das am Anfang nicht gekommen, weil sich wohl nur sehr wenige Leute für diese Sendung gemeldet haben. Ob das nun daran liegt, weil es in Deutschland so wenig Talente gibt, oder weil die echten Talente einfach keinen Bock haben, sich von RTL verwursten zu lassen, kann niemand richtig beantworten.
Fakt ist aber, daß RTL nur insgesamt drei Sendungen dieser Art bringen wird: Zwei Vorausscheidungen und ein Finale.
Kennt man die amerikanische und die englische Ausgabe, dann weiß man, daß es sich hierbei um eine verkappte Aschenputtel-Suche handelt. Im Idealfall kommt entweder ein kleines Kind oder gerne auch ein unscheinbarer dicklicher Arbeitsloser (zur Not auch ein Handyverkäufer) auf die Bühne, wird von der Jury milde belächelt und haut dann einen Mega-Auftritt hin, welcher das Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hinreist, und dem weiblichen Jurymitglied mindestens ein paar Tränen entlockt.
YouTube und Konsorten verbreiten dieses Kleinod dann, die Einschaltquoten schießen in die Höhe, und alle freuen sich.
Bemerkenswerterweise haben diese Überraschungstalente ihren Auftritt übrigens immer am Ende der jeweiligen Sendung.
Genug des Vorgeplänkels, kommen wir zur RTL-Sendung am letzten Samstag: hier wurden am Ende der Sendung zwei Bratzen Kinder auf die Bühne gelassen, denen wohl die Rolle des Aschenputtels zugedacht ist.
Sako, ein 11-jähriger Möchtegern-Bushido, und seine gleich alte Partnerin Tilly Horn.
Schon im Vorbericht wird klar, daß Sako voll der Checker ist. Er möchte “etwas erreichen”, “daß die Welt seine Musik hört”, “daß er der Welt seine Musik zeigen kann”, und weiteres Geblubber, wie es halt ein Elfjähriger Mini-Macho so von sich gibt.
“Tilly” verkündet, daß sie ohne Musik nicht leben kann
Beim Auftritt wird dann schnell deutlich, wer von den beiden nur ‘ne große Klappe hat, und wer (zumindest etwas) singen kann. Das ist immerhin so gut, daß der Dieter Bohlen die Tilly gerne auch mal ohne die Störgeräusche von Sako hören möchte:
RTL bringt es natürlich fertig, die Sendung mitten im Lied von Tilly einfach zu beenden, und der Zuschauer darf die Jury-Meinung von Dieter Bohlen dann bei der Bild nachlesen, wo man dann ganz genau erfährt, daß Tilly besser als Christina Aguilera singt. Die Reaktion des Publikums muß man sich halt dazudenken.
Von den beiden gibt es ein paar YouTube-Videos im Netz, und auch hier sieht man gut den Unterschied zwischen Macho-Sako und Tilly:
Schachmatt:
Tilly a capella:
Von einer Christina Aguilera ist das zwar noch ein ganzes Stück entfernt, aber vielleicht ist es ja ausbaufähig. Den Sako hat sie auf jeden Fall geowned.
Update (27.10.2007):
Hier der Auftritt von Tilly in voller Länge:
Man beachte, wie RTL hier beim Bildschnitt manipuliert hat. Ich kann mir nicht vorstellen, daß ein “Ich hoffe, du enttäuschst uns drei nicht!” das Einzige sein soll, was die Jury zu Tilly vor ihrem zweiten Auftritt gesagt hat. Die Szene wirkt mühsam zusammengestückelt, die Sätze passen gar nicht richtig zusammen.
Was der Off-Sprecher zusammenlabert, ist eine Frechheit: “Wird sie dem großen Druck standhalten?”
Hat der Kerl ihren ersten Auftritt etwa nicht gesehen?
Nachdem fast sämtliche Zeitungen und sonstige Medien gerade am Wettbewerb “Wer kann dazu die größte Scheisse schreiben?” teilnehmen, und für die Leser ständig neue Versionen einer ziemlich grausamen Geschichte erfinden, ist man dankbar darüber, daß es Artikel gibt, welche nicht den gleichen Blödsinn wie die anderen wiedergeben.
Die Auswirkungen einer solchen Berichterstattung sind fatal, ständig werden die Verdächtigen ausgewechselt. War es gestern noch der Nachbar, ist es heute die Mutter und morgen wieder der Nachbar. Übermorgen wird es wohl eine gemeinsame Tat von allen gewesen sein.
Man wird ständig mit neuen, aber inhaltsleeren und nicht nachprüfbaren Fakten zugemüllt, ohne daß ein Fortschritt bei den Ermittlungen sichtbar wird. Gibt es überhaupt noch Ermittlungen? Wurden nicht die Ergebnisse der Staatsanwaltschaft übergeben? Was ist da eigentlich los?
Die “Welt Online”, beschäftigt sich mit “Kate McCann - Das Rätsel ihrer Regungslosigkeit“, einem sehr interessanten Artikel, dem man den anderen Schreiberlingen ganz griffig um die Ohren hauen sollte.
Zur Art der Berichterstattung hatte ich übrigens hier bereits etwas geschrieben.
Heute machte eine neue Meldung im Fall der vermissten Madeleine die Runde. Dabei tat sich Deutschlands schlimmste Gazette wieder einmal besonders hervor. Sie betitelte einen Artikel wie folgt:
Polizei jetzt sicher Madeleine ist tot Wende im Fall Maddie: Bei einer Spurensuche mit Leichenspürhunden und Infrarotlampen in dem Bungalow, aus dem sie verschwand, sind jetzt Blutspuren einer verstorbenen Person entdeckt worden.
Denn damit die Spezialhunde die Geruchsspuren einer Leiche erschnüffeln können, muss das Opfer mindestens zwei Stunden lang tot gewesen sein, erklärte einer der Polizeispezialisten. Die Ermittler glaubten deshalb, dass Maddie ermordet wurde oder tödlich verunglückte und ihre Leiche erst nach „zwei bis vier Stunden“ aus dem Zimmer entfernt wurde.
Wer dies aber getan haben soll – darüber schweigt die Polizei…
So, wie sich der Artikel liest, entsteht unwillkürlich der Eindruck, daß die Eltern doch etwas mit dem Verschwinden ihrer kleinen Tochter zu tun haben müssen, denn wie man ja weiß, haben die Eltern angeblich alle halbe Stunde nach ihren Kindern gesehen. Das passt ja nicht mit den neuen Erkenntnissen zusammen.
Ähnliches findet sich bei der Zeit, dem Standard, der Frankfurter Neue Presse, dem Berliner Kurier, und vielen anderen. Überall wird die Geschichte von den Leichenspürhunden verbreitet, und als Quelle werden zwei portugiesische Zeitungen benannt, welche ihre Informationen aus angeblichen “Ermittlerkreisen” haben. Um ganz präzise zu sein: diese Meldung wurde wohl höchst offiziell von der dpa verbreitet (was eine Erklärung für die vielen gleichartigen Presseberichte ist)
Glücklicherweise hat ein sehr aufmerksamer Kommentator mit dem Nick “grosseteste” einen Kommentar in der Süddeutschen hinterlassen, für den sich die ganzen großen Nachrichtenmagazine in Grund und Boden schämen müssten:
…Leichengeruch nach einer halben Stunde ist Blödsinn. Bei der englischen Presse liest sich das aber auch anders: ‘Specially trained cocker spaniel sniffer dogs, which are able to detect blood up to seven years old, located an area of the bedroom in which to search.’ gefunden bei http://www.telegraph.co.uk/news/main.jhtml?xml=/news/2007/08/06/wmaddy306.xml Demnach waren das Bluthunde, keine Leichenspürhunde.
Folgt man dem angegebenen Link, so findet man beim englischen “Telegraph” einen viel stimmigeren Bericht, wo über den gesamten Vorgang wesentlich exakter berichtet wird, und zudem harsche Kritik an der portugiesischen Polizei geübt wird, weil bisher gar nicht nach Blutspuren gesucht wurde.
Das Einzige, was an den in der deutschen Presse verbreiteten Geschichten der Wahrheit entspricht, ist, daß in dem Apartement Blutspuren gefunden wurden. Ob diese Blutspuren von der kleinen Madeleine stammen, steht überhaupt nicht fest. Und die Geschichte mit den Leichenhunden ist fast komplett erfunden. Keine Rede von einer Leiche, die in den Räumen gelegen haben soll, und Leichenhunde waren gar nicht beteiligt. Woher die “Bild” die Erklärung des Polizeispezialisten hat, wäre mal sehr interessant. Wahrscheinlich haben die sich das einfach dazu gedichtet.
Es macht einen sehr wütend, wenn man erfährt, wie schlampig die Polizei in diesem Fall vorgegangen ist. Erst nach Monaten wird das Zimmer von britischen Spezialisten genau untersucht. Es stellt sich automatisch die Frage, ob die portugiesische Polizei diesen Fall überhaupt mit der nötigen Sorgfalt behandelt hat.
Und es macht einen auch wütend, wenn man erkennt, wie leichtfertig in der Presse ein solch schwerwiegender Verdacht gegen die Eltern transportiert wird.
Ursprünglich hier publiziert, dann von der deutschen “Presse” hier total empört angeprangert:
Frau Angela Merkel als barbusige Kanzlerin, und die Zwillinge Lech und Jaroslaw Kaczynski gemeinsam am Gesäuge. Das ist ja sowas von empörend, das hätte es bei Helmut Kohl nicht gegeben.
Irgendwie irre, daß ich diese Meldung der Blöd-Zeitung schon um 2:30 Uhr lesen konnte.
Derzeit steht da folgendes:
Koalitionsgipfel im 8. Stock des Kanzleramtes: Um 2.45 Uhr morgens am
Mittwoch verkündeten Union und SPD Mini-Reformen bei Pflegeversicherung
und Mindestlohn. Es dauerte nicht lange, dann brach der Ärger los.
Klimasturz in der Großen Koalition!
Im “Trash Log”-Blog fand ich heute einen Artikel, der sich um ein Zitat aus meinen Blog dreht. Es handelt sich um diesen Absatz:
Ich muß noch etwas loswerden. Die Brandanschläge auf Autos sind extrem dämlich. Etwas blöderes kann man in Deutschland kaum anstellen. So gewinnt man keine Sympathien bei der bürgerlichen Mitte. Und genau auf die kommt es an. Einfach nur bescheuert.
Da hat irgendwer, ob das jetzt der Staatsschutz, die Kumpels von dem perversen Brandstifter oder - ach nee? - irgendwelche Antifaschisten/ Antiglobalisten/ Antiwasauchimmer, statt Menschen die Bude vom Chefreaktionär dieses faschistoiden tendenziösen Schmierblatts angebrannt -und was hört man dazu? Schmierigen Unfug:
Es steht ihm selbstverständlich frei, meinen Artikel als Unfug zu bezeichnen. Was ich aber ganz und gar nicht in Ordnung finde, ist die Tatsache, daß er damit etwas behauptet, was ich weder gesagt, noch gemeint habe. Ich hatte mich zum Brandanschlag auf den Wagen von Kai Dieckman gar nicht geäußert. Das war auch überhaupt nicht Gegenstand meines Artikels. Kann jeder gerne nachlesen.
Dann gibt Mike Ratschläge:
Kleiner Tip: Wenn Ihr das noch ein wenig springerkompatibel umformuliert, dann könnt Ihr unter Umständen noch ‘nen dicken Scheck rausschinden.
Ich bemühe mich, mich in meinem Blog allgemeinverständlich auszudrücken. Wo bleibt der Scheck, und vor allem: wer ist “Ihr”? Aber von Dieckmann war in meinem Artikel trotzdem nicht die Rede.
Es geht noch weiter: Mike führt dieses Zitat ein weiteres Mal an, und schreibt dazu:
Schonmal in eine Bildzeitung reingeschaut? Auf ‘ner Demo die Fresse poliert bekommen? Oder gar eine Kugel in den Kopf? $Politikern beim verfassungsfeindliche Reden schwingen zugehört? Nein? Na dann: Fresse halten, über’s Wetter bloggen
(Hervorhebung von mir)
Mensch Mike, hättest du doch bloß mal den Artikel gelesen, über den du da gerade so herziehst. Da geht es nämlich ganz zufällig um einen Politiker, welcher verfassungsfeindliche Reden schwingt. Und ein paar kleine unbedeutende Artikel über die Bildzeitung habe ich auch in meinem Blog, das gehört sich ja schließlich so. Über das Wetter werde ich bloggen, wenn mir danach ist. Danke für die Anregung.
Zum Glück sind deine Kommentatoren etwas heller bei der Sache, Zapp und Sylke haben den von dir so angeprangerten Absatz anscheinend so verstanden, wie er gemeint war, auch wenn du “vergessen” hast, die Quelle anzugeben.
Sehr bemerkenswert finde ich übrigens die Einlassung, die du in deinen Kommentaren gemacht hast:
Ich differenziere da etwas, ein Auto kann man ersetzen, für mich geht da die Welt nicht unter. (24. May 2007 um 13:53)
Klar, weil ja jeder Kohle wie Heu hat, kauft man sich einfach ein neues Auto. Das ist krank. Offensichtlich hat mein Artikel die “Zielgruppe” erreicht.
Fazit: Mike vom “Trash Log”-Blog hat meine Artikel nicht gelesen/verstanden, einen Teil meines Artikels aus dem Zusammenhang gerissen, vollkommen verdreht dargestellt, eine abstruse Aussage hineininterpretiert und auf die Nennung der Quelle “verzichtet”. Sonst hätten sich seine Leser ja womöglich genauer informieren können.
Woher kenne ich das nur?
Ach ja: von der Bild-Zeitung.
Muß ich mich jetzt noch für seine Ratschläge bedanken?
Manchmal fällt etwas nur deswegen auf, weil es nicht da ist. So geschehen bei der Lektüre dieses Bild.de-Artikels:
Nur einen Menschen übersahen die Killer. Der Mann saß in einem Nebenzimmer und spielte Computer.
Weil er Kopfhörer aufhatte und die Killer vermutlich Schalldämpfer benutzten, hörte und sah er sie nicht.
Daß Schalldämpfer benutzt wurden, ist eine reine Vermutung der Bild. Was ist aber, wenn die Geräusche aus dem Nebenzimmer (wo sieben Menschen ermordet wurden) sich mit den Geräuschen des Spieles deckten?