Die Memoiren des Josh K. Phisher

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Auch Unister macht sich lächerlich

Verfasst von princo am 25.04.2008

Bei Sven knallt’s gerade mal wieder kräftig. Abmahnung, Streitwert im Fantastilliarden-Bereich und eine anwaltliche Kostennote über 1KEuro.

Anlass war, daß Sven einen Artikel über die Firma UNISTER geschrieben hat, und sich darin über die ständige, unaufgeforderte Zusendung von unerwünschten Mails (gemeinhin bekannt als SPAM) durch diese Firma, beschwert hat.

Wie er schrieb, waren sämtliche Bemühungen seinerseits, die Firma vom Versenden dieser ungebetenen Mails abzuhalten, nicht von Erfolg gekrönt. Es wurde einfach ignoriert. Ich halte das auch durchaus für glaubwürdig.

Er listete dann eine Reihe der zum Spam-Versand genutzten Domains dieser Firma auf:

urlaubstours.com
auto.de
preisvergleich.de
jux.de
urlaubstours.de
geld.de
best-price.com
auvito.de
ab-in-den-urlaub.de
hotelreservierung.de
urlaubstours.de
holidayranking.de
jux.de
schuelerprofile.de
unister.de
partnersuche.de
aidu.com
unister-media.de

Dann machte er sich Luft, und schrieb diese, ach so verhängnisvollen, Zeilen:

“Mailbomber dieser Welt: folgende POP-Server gilt es in Zukunft unschädlich zu machen - haut rein! Anders verstehen es solche Verbrecher anscheinend nicht, dass Spam per E-Mail not allowed ist!”

mx180.unister.fagms.net
mx154.unister.fagms.net
mx187.unister.fagms.net
mx186.unister.fagms.net
mx115.unister.fagms.net

Soweit, so schlecht.
Es liegt nun in der Natur der Sache, daß ein Verbrecher sich nicht gerne als Verbrecher bezeichnen lassen möchte, und auch ausgewiesene Spammer möchten nicht als Spammer tituliert werden. Klare Sache.

Nun ist die Firma UNISTER und deren Anwalt der Meinung, daß Dritte dazu aufgerufen wurden, die Computersysteme der Spammerbude zu attackieren.

Das mag für den unbewanderten Leser vielleicht auch so ausgesehen haben. Nur ist es vielleicht auch von Belang, daß man sich die verwendete Formulierung genau anschaut, und die Äußerung mal in einem Gesamtzusammenhang sieht.

So ziemlich jeder, der von Spam genervt wird, und auf das Medium eMail angewiesen ist, hat schon mal den Wunsch gehabt, den ganzen Spam den Verursachern in den eigenen Rachen zu stopfen. Ich halte das für eine ganz verständliche Reaktion.

Interessant wird es, wenn man sich den Satzteil “Mailbomber dieser Welt:..” anschaut. Daraus wird ja jetzt konstruiert, das Dritte aufgefordert werden, die Computersysteme des Spammers zu attackieren.

“Mailbomber” kommt aber von “Mailbombe”. Das ist ein feststehender Begriff, der aus den 90er Jahren stammt. Damals waren Mailpostfächer mit sehr wenig Speicherplatz ausgestattet, und es standen den Nutzern auch nur geringe Bandbreiten zur Verfügung. Bei einer Mailbombe wurden so viele Mails an dieses Postfach geschickt, bis deren Speicherplatz voll war (i.d.R. nur wenige Megabyte). Da das Abrufen dieser vollen Mailbox per Modem erfolgte, dauerte der Vorgang beim Opfer ziemlich lange. Eine Mailbombe wurde damals als eine Disziplinierungsnaßnahme gegen Trolle verwendet.

In der heutigen Zeit spielen Mailbomben keine Rolle mehr. Mailpostfächer sind in der Größe nur noch theoretisch begrenzt, die Bandbreiten haben sich um Zehnerpotenzen vervielfacht, und (jetzt kommt das Wichtigste) die empfangenden Mailserver können solche “Angriffe” heutzutage erkennen und abwehren. Ich bin mir sehr sicher, das die Firma UNISTER über ein solches System verfügt. Mit einer “Mailbombe” kann man dieses System gar nicht angreifen. Soetwas wäre völliger Blödsinn. Gerade die Systeme von Spammern sind besonders sorgfältig auf solche Angriffe vorbereitet.

Man kann bei der Gelegenheit auch mal ganz besonders spitzfindig werden:
Nur mal angenommen, man würde die Datenverarbeitungsanlagen der Firma UNISTER doch mit einer Mailbombe angreifen wollen.

Dann bräuchte man ja mindestens ein paar Mailadressen dieser Firma, um darauf die Mailbombe loszulassen. Ist doch richtig, oder? Ohne Adressen kein Angriff.

Das Dumme ist nur, daß die Firma UNISTER fast gar keine eMail-Adressen hat. Wenn man mit der Firma UNISTER in Kontakt treten möchte, muß man sog. Kontaktformulare verwenden. Und diese Formulare kann man mit einer Mailbombe gar nicht angreifen. Man findet auf deren Seiten ansonsten nur eine einzige Standardmailadresse in der Form info@…

Nur, wie soll man etwas angreifen, was es praktisch gar nicht gibt?

Die Firma UNISTER legt offensichtlich wenig Wert darauf, ihre Mailadressen öffentlich bekannt zu geben. Das ist irgendwie auch nachzuvollziehen, hat die Firma doch durch die Aussendung ihrer Spam-Mails großen Anteil daran, daß das Medium eMail für den normalen Anwender fast unbrauchbar geworden ist. Austeilen können sie, beim Einstecken sieht es halt anders aus.

Sven hätte auch scheiben können “Bewerft sie mit Wattebäuschen, bis sie bluten!”. Das hätte die gleiche Relevanz, und auch das gleiche Bedrohungspotential gehabt: Nämlich gar keins.

Nur ein echter Blindfisch würde einen solchen “Aufruf” für bare Münze nehmen, und daraus eine Klageberechtigung konstruieren.

Vielleicht sollte die Firma UNISTER einfach die schlechte Schauspielerei aufgeben, und nicht mehr die beleidigte Leberwurst spielen.

Denn daß UNISTER immer wieder mit Spam in Zusammenhang gebracht wird, läßt sich einfach nicht wegdiskutieren, und ist deshalb auch keine unwahre Tatsachenbehauptung, Verleubnung oder Schmähkritik.

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Warnung: Schutzgemeinschaft gegen Abmahnung (SCHUMAB)

Verfasst von princo am 07.03.2008

In den letzten Tagen wird auf verschiedenen Wegen versucht, auf eine bestimmte Internetseite aufmerksam zu machen. Eine angebliche “Schutzgemeinschaft gegen Abmahnung (SCHUMAB)” bietet Hilfe für Abmahnungsgeschädigte an. Die entsprechende Seite wird über Spamkommentare in renommierten Blogs (also auch hier :) ) und Foren beworben.

Die Kommentare werden immer zu Themen, welche sich mit Abmahnungen beschäftigen abgegeben. Schaut man sich die krampfhaft beworbene Webseite an, so entsteht zuerst auch durchaus der Eindruck, daß dabei um das Thema Abmahnung geht. Auf den zweiten Blick merkt man dann, daß es konkret 0 (Null) Information auf der Seite gibt, und man erst Geld per PayPal überweisen muß, damit man die ganzen tollen Links sehen darf.

Diese Links zeigen allerdings auf frei verfügbare Informationen. Warum man dafür Geld bezahlen soll, ist nicht ganz klar. Auch eine rechtliche Beratung gibt es nicht, angeblich sollen die angebotenen Links aber als Argumentationshilfen für den eigenen Rechtsanwalt dienen.

Die Zahlungen gehen übrigens an eine britische Limited. Es gibt keinen persönlichen Ansprechpartner, die Sache ist nicht nur äußerst obskur, sondern meiner Meinung nach, möglicherweise betrügerisch und kriminell geprägt.

Vor dieser “Schutzgemeinschaft gegen Abmahnung (SCHUMAB)” kann nur gewarnt werden. Wenn jemand von einer Abmahnung betroffen ist, sollte er sich einen fähigen Rechtsanwalt suchen. Um einen Rechtsanwalt, der auf die supertollen Informationen der SCHUMAB angewiesen ist, sollte man übrigens tunlichst einen ganz großen Bogen machen.

We have Ketchup.
We do not forgive.
We do not forget.

Sollte jemand bereits auf die SCHUMAB hereingefallen sein, bitte ich um Meldung in den Kommentaren, oder über das Kontaktformular. Es liegen genügend Informationen vor, eigentlich fehlt nur noch ein Geschädigter um den Sack zu zu machen.

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Folkert Knieper - “Fotograf”

Verfasst von princo am 07.02.2008

Drüben bei René geht es wieder mal um eine Abmahnung. 3.500 Ocken will jemand haben, weil da ein Screenshot aus einem Plusminus-Beitrag präsentiert wurde.

Der Beitrag trägt bezeichnenderweise die Überschrift “Abzocke im Internet: Teure Informationsfallen”.

Das Netz ist voll von Berichten über die sehr umstrittenen Erwerbsmethoden eines sog. Webdesigners und seiner Frau.

Das Thema schreit geradezu nach einer künstlerischen Auseinandersetzung:

mosaikbild.jpg

Nachtrag (8.2.2008): Hier gibt es die Textversion des plusminus-Beitrags.

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