Die Memoiren des Josh K. Phisher

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Callboy Torsten: Im Namen des Volkes gegen die Verarsche wird vollgender Mitschnitt veröffentlicht:

Posted by princo - 21.06.2006


Mit diesem Satz überschreibt der bekannte Prostituierte Callboy Torsten gerne seine Internet-Pranger Seiten.

Heute fiel dieser Satz leider nicht, denn die Gerichtsverhandlung verlief wie es zu erwarten war, aber nicht so, wie es sich einige Leser erhofft haben.

Im Tour-Blog gibt es ja bereits den ersten Sofort-Bericht „direkt aus dem Gerichts-Saal“. Der musste natürlich so schnell wie möglich im Netz veröffentlicht werden, so daß das Motto „Die Welt zu Gast bei Freunden“ für MyBigMouth keine Anwendung fand, und er sich nach der Verhandlung fast mutterseelenallein im Feindesland zurückgelassen wiederfand. Der groß angekündigte Umtrunk fiel selbstverständlich auch ins Wasser.

Keine Angst, MyBigMouth wurde dennoch standesgemäß zur Fan-Meile eskortiert, es gibt eben auch Eingeborene, die mit der Veröffentlichung etwas warten können 🙂

Nun zur eigentlichen Verhandlung:
Der Richter schien etwas überrascht, als sich interessiertes Publikum einfand. Diese Möglichkeit wird dort wohl eher selten genutzt.

Gleichwohl hatte dieser Fall bei den im AG ansässigen Rechtspflegern im Vorfeld schon eine gewissen Aufmerksamkeit und auch Erheiterung erregt, es fiel untereinander der Satz „das müssen Sie sich unbedingt ansehen“.

Daß der Callboy in seinem Spezial-T-Shirt erschien, ließ nichts Gutes vermuten, zu seiner persönlichen Erscheinung möchte ich mich lieber nicht weiter äußern.

Der Richter erklärte gleich zur Eröffnung seinen Standpunkt, und auch die Funktion eines Amtsgerichts. Er wies darauf hin, daß dies eine Einrichtung ist, kleinere Streitfälle zu klären, und die Kosten für die Beteiligten niedrig zu halten, da keine Antwaltspflicht besteht (die Juristen mögen mir die simple Darstellung verzeihen).
Zudem wies er darauf hin, daß man niemanden wg. seiner sprachlichen Behinderung fertigmachen und beleidigen darf (womit er natürlich Recht hat). Er deutete an, daß er sich wohl nicht durch den gesamten Schriftsatz gequält hat.

Meines unbedeutenden Erachtens nach, hat er dem Callboy einen Hirni-Bonus eingeräumt. Ob dies sinnvoll war, kann möglicherweise bezweifelt werden.

Er äußerte, daß er der Meinung ist, daß es bei MyBigMouth beleidigende Äußerungen gegeben haben könnte, benannte sie allerdings nicht eindeutig. Es dürfte daher für MyBigMouth nicht nachzuvollziehen sein, weswegen der Vergleich geschlossen wurde. Niemand weiß, ob es sich um Artikel oder einzelne Kommentare handelt. Das finde ich ziemlich schade. Bei Jurabilis wird dies, und die sich daraus ergebenden Konsequenzen genauer erläutert (Lesebefehl).

Leider hat MyBigMouth in dieser Situation nicht nachgefragt, aber es ist etwas anderes über diese Verhandlung zu bloggen, als selbst als Angeklagter vor dem Richter zu sitzen.

Callboy Torsten spricht so, wie er schreibt, das Wort Verleubnung fiel zum Glück nicht. Unerklärlicherweise sprach er während der Verhandlung immer wieder in Richtung der unbeteiligten Zuschauer. Ich glaube, er hat sie sogar als „Blocker“ bezeichnet. Einem Zuschauer, der sich Notizen machte, versuchte er dies sogar zu untersagen. Erstaunlich, da er selbst sehr gerne Tele-Mitschnitte veröffentlicht.

Lustig wurde es, als Callboy Torsten am Ende seine angekündigte Rede halten wollte, was dem Richter doch sehr mißfiel. Die Situation löste sich aber dadurch auf, daß sämtliche Zuschauer fluchtartig den (herrlich klimatisierten) Raum verließen.

Was bleibt?
Ein Vergleich, der nicht befriedigen kann und ein Callboy, der sich das Ergebnis als Sieg auf die Fahnen schreiben wird. Der Richter hatte ihm übrigens gesagt, daß man im Internet gewisse Dinge in Kauf nehmen muß, besonders wenn man sich selbst dort darstellt (oder es verzweifelt versucht, Anmerkung von mir). Beleidigen lassen muß man sich aber nicht. Aber er sagte Torsten auch, daß er die Sache selbst hochgeschaukelt hat (ich bezweifle allerdings stark, daß Torsten die Ausführungen des Richters verstanden hat). Ich hätte zu gerne gewußt, worin diese Beleidigungen bestehen, auch MyBigMouth ist sich darüber nicht im klaren.

Mit einer Einsicht ist beim Callboy Torsten nicht zu rechnen, auch wird er die Anzeigen gegen die anderen Blogger nicht zurückziehen. Er wird sich durch den Vergleich in seiner Ansicht bestätigt fühlen, und seine Spielchen munter weiter treiben. Sein Bonus wird ihm dabei helfen.

Man kann nur hoffen, daß die nächste Verleubnungsverhandlung mit anwaltlicher Unterstützung erfolgt.

Ich kann den anderen betroffenen Bloggern nur den Rat geben, nicht ohne Anwalt bei der Verhandlung aufzukreuzen. Man kommt zwar ohne Anwalt günstig weg, aber das eigentliche Problem wird so nicht gelöst werden.

Übrigens hat sich Torsten nach der Verhandlung nicht schnurstracks auf sein Fahrrad geschwungen, und ist verschwunden. Das ging gar nicht, da er ungefähr 10 Minuten brauchte, um die verschiedenen Schlösser an seinem Fahrrad zu öffnen. Das Fahrrad kam mir aber sehr bekannt vor.

Die bei diesem Termin entstandenen Bilder werde ich MyBigMouth zur Erinnerung übergeben.

Und Nu?

<<Mehr über Callboy Torsten>>

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15 Antworten to “Callboy Torsten: Im Namen des Volkes gegen die Verarsche wird vollgender Mitschnitt veröffentlicht:”

  1. Was meinst Du, warum wirklich fast JEDER einen RSS-Reader installiert hat? Es ist zum Kotzen, wenn ich in fast jedem Blog Deine Trackbacks finde!!! DAS NERVT!!! Wenn ich Deine Ausführungen lesen will, gehe ich auf Deine Seite. Das ist STALKING!

  2. Ben said

    Oh, da hat strausbergBlog wohl einen „CT gezogen“ (neubloggisch für „Internet nicht verstanden“) 😉

  3. princo said

    Möglicherweise liegt es daran, daß WordPress schon bei einer reinen Verlinkung einen Trackback losschickt. Und da ich bei diesem Beitrag auf einige andere Beiträge bezug genommen habe, wurden entsprechend viele Trackbacks abgesetzt.

    Die Verlinkungen erfolgten auch nicht willkürlich, sondern stehen in ganz engem Zusammenhang zum Thema. Außerdem reden wir hier von fünf Trackbacks.

    Da die gesamte Angelegenheit sich über sehr viele Blogs verteilt, ist diese Zahl sogar sehr niedrig.

    Schau dir mal einfach diese Seite an, und zähle die sich daraus ergebenden Trackbacks:
    http://peterpanch.wordpress.com/2006/06/19/callboy-torsten-oder-geschichten-gibt-es-die-gibt-es-gar-nicht/

    Und da regst du dich über mich auf?

  4. OliverG said

    @strausberg: Du hast schon verstanden, was n Trackback ist, ja? D.h. du gehst davon aus, dass auch jeder dieses Blog abonniert hat? Heißt Du zufällig „Thorsten“?

  5. André said

    Da ich es in meinem Post vergessen hab: nochmal vielen Dank fürs Absetzen an der Fanmeile 🙂

  6. Mag ja sein, dass WordPress diese Funktion hat (kann man auch deaktivieren), das erklärt dann aber immernoch nicht, warum die Trackbacks innerhalb von 10 Minuten erst so nach und nach eingetragen wurden, der Reader jedoch SOFORT den neuen Beitrag bekommen hat?

    @ben: entweder mit Adresse oder dem Beispiel von Dieter Nuhr folgen: „Wer keine Ahnung hat, einfach mal …..“ den Rest kennst Du!

  7. princo said

    @André
    du bekommst gerade Mail. Wird aber etwas größer 🙂

  8. princo said

    @6
    Das erklärt sich ganz einfach dadurch, daß „Die Memoiren des Josh K. Phisher“ direkt bei wordpress.com gehostet werden und sich dort den Platz und die verfügbare Leistung mit 230.000 anderen Blogs teilen muß.

    Dadurch gibt es genau die von dir beschriebenen Effekte.

    Noch was, manchmal verschwinden Beiträge nach Veröffentlichung, sind aber über den RSS-Feed abrufbar. Einige Zeit später tauchen sie auch über die Web-Oberfläche auf. Das gleiche gilt für Bilder. Manchmal ist sogar das Blog weg, aber die RSS-Feeds gehen noch. Such dir was aus, ich kann es nicht beeinflussen.

    Trackbacks sind sinnvoll, und in diesem Fall ganz besonders.

    Das spezielle Problem wird sich übrigens von selbst lösen.

  9. Ben said

    @6 habe dich auch lieb 😛

  10. strausbergBLOG said

    @8 sei´s drum. „das spezielle Problem wird sich übrigens von selbst lösen.“ – Gibt´s da auch eine Erklärung zu?

    @9 dann sind wir uns ja einig, Feigling.

  11. princo said

    @10 Als anscheinend regelmäßiger Leser des Blogs, wirst du es sehr bald erfahren. Möglicherweise auch durch einen Trackback woanders 😉

    Mir gehen einige Sachen durch den Kopf, die ich erst noch sortieren muß.

    Und jetzt Ruhe im Puff!

  12. verleubner said

    Bin gespannt was jetzt passiert…
    Ich für meinen Teil hab genug zu tun…
    Erste Ergebnisse gibt es hier…

    http://verleubner.wordpress.com/2006/06/21/ein-drink-geht-um-die-welt-teil-3/

  13. -thh said

    Zur Verwunderung des Richters sei angemerkt, daß es bei Zivilprozessen praktisch ausgeschlossen ist, daß sich Zuschauer einfinden, zumal vor dem Amtsgericht (vor dem Landgericht ist’s aber wenig anders). Außer Angehörigen der Parteien würde man dort allenfalls Praktikanten erwarten.

    Etwas anders, aber nicht sehr, sieht das bei Strafverhandlungen aus; auch dort sind aber jedenfalls bei den Amtsgerichten leere Zuschauerräume die Regel. Und auch bei den Landgerichten ist es schon ungewöhnlich, wenn sich bei einem nicht besonders spektakulären Verfahren mehr als ein halbes Dutzend Zuschauer einfinden, einschließlich der Dauerbesucher, v.a. im Rentenalter, die jeden Tag im Gericht verbringen.

  14. OliverG said

    Also ich mach ja gelegentlcih Gerichsstory und außer bei Alvar Freude isses da in der Tat immer ziemlich leer 😉

    Ich werd aber auch fast immer gefragt, ob ich die Presse bin. (meist erkenntlich am Schreibblock 😉 – Fotografieren ist ja eher nicht außer einmal ne Axt mit der einer durch n Kellergewölbe gejagd worden war 😉 ).

  15. […] Dabei versuchte der Richter den üblichen Trick, beide Seiten zu einem Vergleich zu bewegen, worauf sich der Beklagte nicht einließ. […]

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