Die Memoiren des Josh K. Phisher

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Nein, kein Vista (jedenfalls noch nicht)

Posted by princo - 26.02.2007


Vor ein paar Tagen wurde ich von einem typischen Mac-Nazi (kein Blogger) gefragt: „Na, haste schon Vista installiert?“

Ich konnte dies wahrheitsgemäß verneinen, obwohl schon seit einigen Wochen eine (legale!) Vista Enterprise DVD bei mir rumfliegt.

Vor zwölf Jahren war das noch anders. Da hat mir ein netter Nachbar eine Windows 95 Beta CD vermacht. Ich gebe zu, daß ich offizieller Beta-Tester für dieses Produkt war. So kam mein alter 486er nach Windows 3.11 zu einer „richtigen“ grafischen Oberfläche. Endlich gab es lange Dateinamen, Multitasking, und man konnte Fenster hin und her schubsen.

Mac-User hatten so etwas schon länger, mußten dafür aber sehr viel mehr Geld ausgeben.

Mit Windows 98 SE wurde die ganze Geschichte dann auch richtig internettauglich, und man konnte die neuen USB-Geräte nutzen.

Windows ME fand ich einfach untauglich, und ich habe diese Version ausgelassen.

Windows NT4 benutze ich noch heute, allerdings nicht für Arbeitsplätze mit Internetzugriff oder Multimediaanwendungen. Es ist verdammt schlank und schnell, und auch robust. Nach heutigen Maßstäben natürlich hoffnungslos veraltet.

Windows 2000 fand ich richtig gut. Windows XP finde ich dagegen scheisse. Bei XP hab ich immer das Gefühl, daß der Anwender bevormundet wird. Konkret meine ich z.B. die kastrierte Suchfunktion, die einfach mal nicht alle Dateien durchsucht. Das kann man zwar durch Eingriffe in die Registriy ändern, aber darauf muß man auch erstmal kommen.

Übel sind auch Neuinstallationen unter XP. Selbst wenn man ein XP mit Service-Pack 2 aufsetzt findet man sich hinterher oft im VGA-Bildschirmmodus wieder, weil die Grafikkarte nicht richtig erkannt wurde. Die Grafikkarten-Treiber-CD verweigert die Installation, weil der MSI-Installer nicht aktuell ist. Den kann man aber nicht installieren, weil der Internet-Explorer nicht aktuell ist. Diesen wiederum bekommt man nicht direkt, weil sich die Update Server geändert haben. Die Update-Server kann man aber nicht neu anwählen, weil die entsprechende Internet-Seite im VGA-Modus und dem Installations-IE gar nicht darstellbar ist.

Da kann man sich noch so gut vorbereitet haben, eine XP-Installation wird immer zu einer sehr zeitaufwendigen Angelegenheit. Unter vier Stunden läuft da nix. Und wenn man keine Breitbandverbindung hat, kann man es gleich ganz vergessen, denn man muß sich erst mehrere (gefühlte) GB herunterladen, um ein einigermaßen aktuelles System zu haben.

Nur: was habe ich eigentlich am Ende der Installation? In der Regel ein sehr stabiles System, aber ohne eine einzige richtige Anwendung, wenn man den IE, Outlook Express, Wordpad und den Taschenrechner mal weglässt. Das ist nicht gerade viel, wenn man mal den gezahlten Preis betrachtet.

Dies, und die ganzen MS-Aktivitäten um WGA und DRM (ich vermische das gemeinerweise einfach) haben mir das Produkt „Windows“ zunehmend unsympatischer gemacht.

Da es mir schlichtweg scheissegal ist, unter welchem Betriebssystem mein Rechner läuft, solange ich meine Bedürfnisse damit befriedigen kann, habe ich für meine privaten Rechner vor einigen Monaten den sanften Umstieg auf Linux eingeleitet.

Die Entwicklung von Linux habe ich zwar von Anfang an beobachtet, konnte mich aber nie so richtig mit einem echten Desktop-Einsatz anfreunden.

Allerdings habe ich in den letzten Jahren immer versucht, möglichst plattformunabhängige Software einzusetzen.

Alles, was ich bisher von Vista gehört habe, hat mich einfach nur abgestoßen. Ein BS, welches von sich behauptet, das sicherste der Welt zu sein kommt mir einfach nicht sauber vor. Besonders wenn man merkt, daß ein Großteil der Sicherheit darauf beruht, nicht lizensierte Kopien von sich zu identifizieren, und den Anwender im „Zweifelsfall“ von seinen eigenen Daten fernzuhalten.
Ich glaub‘, es hakt!

Ich habe hier höchstpersönliche Daten, die ungefähr 60 Jahre Menschheitsgeschichte abdecken. Diese werde ich doch nicht einer Software anvertrauen, die mir jederzeit den Zugriff auf meine eigenen Daten verwehren kann, oder als potenzielles Einfallstor für den bösen „Bundestrojaner“ gilt.

Ich will aber nicht ungerecht sein, ich werde mir Vista vorführen lassen, und es mir auch genauer ansehen. Ich bin aber sehr skeptisch, und ich glaube nicht, daß sich meine Meinung über dieses Produkt grundlegend ändern wird. Ich habe einfach zuviele Rechner im Einsatz, die garantiert nicht „Vista-Ready“ sind, aber trotzdem nicht zum alten Eisen gehören.

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Eine Antwort to “Nein, kein Vista (jedenfalls noch nicht)”

  1. […] von princo am 13.12.2007 Vor einiger Zeit hatte ich mal erwähnt, daß ich “sanft” auf Linux migrieren werde. Es ist an der Zeit, […]

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