Die Memoiren des Josh K. Phisher

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Tour de France? Ohne mich.

Posted by princo - 07.07.2007


Eigentlich hat die Tour de France schon immer ohne mich stattgefunden, es ist  nur niemanden aufgefallen.

Ich fand es zwar ganz nett, daß da ein Haufen Verrückter dreieinhalbtausend Kilometer mit dem Rad fährt, aber ansonsten hat es mich nie so wirklich interessiert. In den letzten Jahrzehnten wurde die Tour medial immer besser aufbereitet, das Event wird live mit hohen technischen Aufwand übertragen, es gibt Ticker, welche die aktuellen Fahrerpositionen auf dem Streckenprofil anzeigen, und per Livestream braucht man nicht mal mehr einen Fernseher, um das Spektakel zu verfolgen.

Als technikaffiner Mensch fand ich diese Umsetzung schon sehr interessant, auch wenn ich mich für den eigentlichen Sport nicht so sehr interessierte.

Als dann in den letzten Jahren das Live-Tracking von GoogleEarth hinzukam, war ich allerdings hellauf begeistert. Endlich konnte man sehr anschaulich mitverfolgen, welche irrsinnigen Entfernungen und Höhenunterschiede bei diesem Rennen bewältigt werden. Es war eine ideale Ergänzung zu den Fernsehbildern.

Äußerst beeindruckend fand ich natürlich auch, wie Fans und Anwohner die Fahrer anfeuerten. Teilweise stundenlang warteten sie auf das Vorbeifahren des Feldes, was dann in wenigen Sekunden an ihnen vorbeizieht.

Das eigentliche Problem bei diesem Rennen, sind aber anscheinend die gedopten Fahrer. Nach den ganzen Presseberichten in den letzten Monaten, scheint es sehr unwahrscheinlich, daß die Spitzenleute sauber fahren. Und auch beim Rest hat man seine Zweifel.

Aber da sieht man mal wieder, wie sehr man von solchen Berichten beeinflußt wird. Ich könnte weder den Namen eines Spitzenfahrers, noch den eines nicht so guten Fahrers nennen. Ich glaube nur, daß die alle gedopt sind. Und in diesem speziellen Fall schenke ich mir sogar eine ausführliche Begründung dafür.

Radsportler taugen nicht als Helden.

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10 Antworten to “Tour de France? Ohne mich.”

  1. carpetdrawer said

    Ich weiß garnicht was du hast. Doping im einzelnen ist Leistungsvorteil. Aber wenn´s alle machen ist doch der Vorteil hin, und alle kommen in´s Ziel.

  2. Also pauschale Legalisierung? Und damit dann ein fairer Wettstreit?

  3. unruheherd said

    Ich kann schon verstehen, dass im Spitzensport zu Dopingmitteln gegriffen wird. Der Druck auf die Sportler ist mitunter ungeheuer groß. Beispiel Franziska van Almsick: Jahrelang ist sie gefeiert worden. Ja, Franzi war unser Goldfisch. In Sydney blieb der Erfolg aus und so haben die Boulevardmedien ihren Goldfisch zur Seekuh gemacht.
    So lässt man nur ungern über sich reden, zumal die Boulevardmedien breites Gehör finden. Dazu gibt es natürlich noch finanzielle Angelegenheiten.

    Schön ist Doping trotzdem nicht.

  4. princo said

    Machen wir doch einfach mal ein Gedankenspiel:
    Angenommen, alle würden „legal“ dopen dürfen.
    Und angenommen, bei allen Fahrern hat das Doping die gleiche leistungssteigernde Wirkung.
    Dann wäre der Vorteil für den Einzelnen nicht mehr gegeben.
    Dies würde wiederum dazu führen, daß sich die Fahrer nach noch besseren Dopingmöglichkeiten umsehen würden.
    Über kurz oder lang würden daher mit hoher Wahrscheinlichkeit Dopingmittel entwickelt werden, welche noch aggressiver auf den Körper einwirken, um noch mehr Leistung heraus zu holen. Das wäre dann quasi „Doping im Doping“.

    Es ist wirklich verrückt: Doping kann nur funktionieren, wenn es verboten ist, aber gibt man es frei, dann fallen die Fahrer um wie die Fliegen.

    So oder so macht dieser Sport einfach keinen Spaß mehr.

  5. @Princo: ich muß dir da zustimmen. Von der Warte hab ich’s noch nicht betrachtet. Dann wird aus der Idee wohl nix …

  6. reziprok said

    Legales Dopen gibt es nicht. Selbst wenn man Doping (meinetwegen auch unter ärztlicher Kontrolle) freigeben würde, würde sich der eine oder andere einen Vorteil verschaffen, in dem er nach neuen Wegen sucht, seine Leistungsfähigkeit zu verbessern.

    In einem „Sport“, in dem zwischen dem ersten und dem zweiten Platz Hunderttausende von Euros liegen, und dieser Unterschied vllt duch ein paar Pillen aufgehoben werden kann, wird es immer Doping geben, egal, ob Radsport, Leichtathletik oder andere Vergnügungen.

    Und mal ehrlich: wir als Zuschauer und Medienbenutzer pushen das Ganze doch auch gewaltig durch unsere Erwartungshaltung. WIR wollen doch sehen, wie die Jungs nach Alp d´Huez hochfliegen, ein Radler, der auf dem Zahnfleisch oben ankommt, der interessiert uns doch auch nicht. Oder?

  7. Revolutionäre Idee:

    Man könnte ja den Sport dahingehend verändern, dass man die Sportler erst 1000 Kilometer mit dem Rad fahren lässt (innerhalb einer bestimmten Mindestzeit, aber nicht nach Platzierung) und sie dann im Ziel einer medizinischen Untersuchung unterzieht und die Medaillen danach vergibt, wer am gesündesten ist?

  8. […] zum Thema: => Ich habe keine Lust mehr auf die Tour! (Tagesspiegel.De) => Tour De France? Ohne mich. (Memoiren des Kosh K. […]

  9. Taluno said

    Genau das habe ich mir bereits letztes Jahr gedacht. Natürlich auch wieder dieses Jahr

  10. […] Mich juckt das ja nicht. […]

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