Die Memoiren des Josh K. Phisher

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Eine gute Entschuldigung muß glaubhaft sein

Posted by princo - 18.07.2007


Wenn man richtig Mist gebaut hat, ist es von essentieller Bedeutung, daß man für seine Tat eine plausible Erklärung hat. Ein Hinweis auf ein zerrüttetes Elternhaus, Schläge als Erziehungsmaßnahme, Vernachlässigung, alkoholabhängige Eltern, usw. waren in der Vergangenheit ein guter Weg, um zu erklären, warum man selbst sein Leben nie in den Griff bekommen hat, und auf die schiefe Bahn gelangt ist.

Nein, man ist ja nicht von Grund auf ein schlechter Kerl gewesen, man wurde dazu gemacht, und man hat nie gelernt, sich dagegen zu wehren.

Kurz gesagt: man hatte eine beschissene Kindheit, und ein Gericht hat soetwas gefälligst zu berücksichtigen.

Ich treibe mich relativ selten in Gerichtssälen herum, daher war folgende „Erklärung“ für mich heute neu:

„Ich kann nur sagen, dass ich durch den jahrelangen Konsum von Internetfilmen und Spielen, Realität und Fantasie wohl nicht mehr unterscheiden konnte.“
(Quelle: bild.de)

Wie geil ist das denn? Werden Kinder jetzt schon gezwungen, sich Internetfilme und Spiele reinzuziehen? Welche Internetfilme gibt es, die einen Menschen dazu bringen, gemeinschaftlich einen bewaffneten Raubüberfall auszuführen?

Für so eine dämliche Rechtfertigung müsste der Kerl glatt noch ein paar Jahre extra bekommen. Wegen erwiesener Doofheit.

Danach kann er ja gerne Innenminister werden.

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3 Antworten to “Eine gute Entschuldigung muß glaubhaft sein”

  1. Farlion said

    Das war doch klar, dass das irgendwann kommt. Beckstein, Stoiber, Schünemann und Pfeiffer haben den Verteidigern doch Tür und Tor für solche Strategien geöffnet.

  2. Ja, ich habe in meiner Steuererklärung falsche Angaben gemacht! Ich kann nur sagen, dass ich durch die jahrelange Konfrontation mit den Äußerungen deutscher Politiker Wahrheit und Lüge wohl nicht mehr unterscheiden konnte.

  3. princo said

    Im Strafrecht scheint wohl jedes Mittel recht zu sein.
    Man stelle sich mal vor, jemand würde bei einem Verkehrsdelikt soetwas als Entschuldigung vorbringen: „Ich kann nur sagen, daß ich durch jahrelangen Konsum von $Rennspiel auf $Spielkonsole Realität und Fantasie wohl nicht mehr unterscheiden konnte.“
    So ein Spruch würde sich unter Garantie strafverschärfend auswirken.

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