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Michael Rasmussen gefeuert

Posted by princo - 26.07.2007


Damit sollte sich die diesjährige Tour de France endgültig erledigt haben. Es stand ja schon seit einigen Tagen im Raum, daß es mit Rasmussen anscheinend nicht so ganz sauber gelaufen ist. Sein Team hat ihn jetzt gefeuert, nachdem er die sog. „Königsetappe“, also die schwerste Etappe der gesamten Tour gewonnen hat.

Der eigentliche Skandal liegt darin, daß die Begründung für den Rauswurf das Schwänzen der Doping-Kontrollen vor der Tour de France ist. Das war doch allgemein bekannt. Warum hat man diesen Menschen trotzdem solange in der Mannschaft behalten? Warum zieht sich das Team „Rabobank“ jetzt nicht ganz aus dem Wettbewerb zurück, wie es das Team „Astana“ konsequenterweise getan hat? Man feuert doch nicht den Träger des gelben Trikots, weil er eine kleine Nachlässigkeit begangen hat – Da steckt doch mehr dahinter.

Sportlich gesehen, ist dies ein absoluter Super-GAU. Rasmussen durfte zwar noch die beiden Mädels mit dem Blumenstrauß abschlecken, aber bald darauf war Schicht im Schacht.

Niemand weiß, wie diese Etappe ausgegangen wäre, wenn Rasmussen bereits vorher zurückgezogen worden wäre. Auch wenn jetzt der Zweitplazierte als Führender gewertet wird, so wurde er doch um den Sieg gebracht.

Aber auch beim Zweitplazierten kann man sich nicht sicher sein, ob es nicht besser wäre, ihn mit dem Schild „eilige Arzneimittel“ vorneweg fahren zu lassen. Diese Doping-Arschlöcher mit „Vodka im Blut“ haben es wirklich soweit gebracht, daß man die Tour de France mittendrin sofort beenden sollte.

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9 Antworten to “Michael Rasmussen gefeuert”

  1. steda said

    astana blieb keine wahfreiheit… von daher hat das „team“ auch nicht [selbst] konsequent gehandelt…
    es war einfach der dritte dopingfall innerhalb eines jahres. in dem fall wird das komplette team vier ganze wochen lang gesperrt. sie haben ja aber schon angekündigt bald wieder rennen zu fahren.

  2. callboy Torsten said

    die ganze Tour sollten se umbenennen nach “ Tour de Dopping „

  3. […] Entsetzen und teilweise Belustigung über das traurige Spektakel, äußert sich hier, hier und hier auch in der Blogosphäre. Es wäre schön, wenn im nächsten Jahr die […]

  4. abi said

    ich sehe das problem nicht ganz. und die heuchelei die einige (nicht du) jetzt an den tag legen, weil gedoppt wird. hat denn jemand ernsthaft daran gedacht, dass so eine tour auch ohne dopping zu fahren wäre?
    dass man sich jetzt den radsport vorgenommen hat finde ich einfach nur noch lächerlich. und per se ist ja ohnehin jeder spitzensportler unter verdacht.
    natürlich finde ich dopping nicht gut – doch sollte man die wurzel des übels finden und nicht wieder einmal nur scheinheilig symptome bekämpfen 🙂

    gruss aus dem schweizer ländle,

    abi

  5. princo said

    Ich finde, daß das Problem doch ziemlich einfach zu sehen ist. Eine Veranstaltung wie die TdF ist im Grunde erstmal ein Wettbewerb. Für diesen Wettbewerb gelten Regeln. Eine dieser Regeln ist, kein Doping anzuwenden. Wer trotzdem dopt, verstößt gegen diese Regeln, und schadet dem Wettbewerb, den Sponsoren, seiner Mannschaft, den Fans und letztendlich sich selbst.

    Das Rennen soll ohne Doping nicht zu gewinnen sein?

    Doch, das ist es. Wenn keiner dopt, dann gelten für alle die gleichen Voraussetzungen.

    Es ist doch nicht so, daß man sich „jetzt“ den Radsport vorgenommen hat. Das Thema ist schon seit einigen Jahren präsent, nur wurden bei dieser Tour erstmals ernsthaftere Konsequenzen gezogen. ARD und ZDF sind einfach aus der Berichterstattung ausgestiegen, SAT1 wollte daraus Profit schlagen, und ist damit böse auf die Fresse gefallen. Die Leute wollen einfach nicht mehr beschissen werden.

    Die Leute wollen Sieger, die auch als Vorbilder dienen können. Niemand hat Lust auf kurzpimmelige Testorsteron-Doper oder Kerle, deren Blut nicht mehr aus körpereigenen Substanzen besteht.

    Mir geht das schon lange am Allerwertesten vorbei. Wo da jetzt die wirklichen Ursachen liegen, interessiert mich dabei schon gar nicht mehr. Radsport steht derzeit einfach nicht für sauberen Sport, und das wird wohl noch eine ganze Weile so bleiben. Daß es noch andere Sportarten gibt, wo genauso systematisch gedopt wird, tut dabei gar nichts zur Sache. Auch solche Sportarten muß ich mir nicht antun.

  6. abi said

    du hast mich falsch verstanden 🙂
    natürlich wäre eine tdf auch ohne dopping zu gewinnen – nur würde sie dann ziemlich anders aussehen (umfang, leistung, etc.).

    für mich sieht es halt sehr stark nach sommerloch-pausenfüller aus…

  7. princo said

    Wie jetzt? Ist die Strecke den Herren etwa viel zu lang und zu schwer?

    Früher hatte die Tour mal eine Gesamtlänge von 5000 km, es gab Tagesetappen von 400 km, und das alles wurde mit Rädern ohne Gangschaltung gefahren.

    Vielleicht sollte sich dieser Sport mal auf seine Anfänge als „Tour der Leiden“ besinnen. Das würde das Dopingproblem zwar auch nicht lösen, aber ich fände es zumindest interessant.

  8. abi said

    eine „tour der leiden“ kann man halt ned so gut vermarkten 🙂
    aber da hast du recht, sowas würde sogar mir als boshaftem zuschauer gefallen 😀

  9. princo said

    Man kann alles gut vermarkten. Auch eine „Tour der Leiden“. Es müssen nur genug zuschauen.

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