Die Memoiren des Josh K. Phisher

Jetzt wieder mit Gratis-Kommentaren!

Kioskmodus für Firefox

Posted by princo - 14.11.2007


Hey, schalt nicht gleich weiter!

Nur weil dieser Text etwas länger ist, und etwas technisch daherkommt, muß das nicht bedeuten, daß er für dich nicht interessant sein könnte 🙂

Wenn du ein ungutes Gefühl dabei hast, mit dem gleichen Browser dein Online-Banking zu betreiben, mit dem du dich vorher noch auf Schmuddelseiten herumgetrieben hast, dann bist du hier genau richtig. Um es dir etwas leichter zu machen, habe ich die beiden wichtigsten Passagen blau eingefärbt.

Vor einigen Tagen bin ich über einen für mich sehr interessanten Blogbeitrag gestolpert.

Dort wird von einem Minimalisten-Browser namens Prism berichtet. Dieser „Browser“ war mir bis dahin unbekannt, jedoch war ich immer an einem Kiosk-Modus für den Firefox-Browser interessiert. Anleitungen, um den Firefox Kiosk-fähig zu machen, finden sich zwar vereinzelt im Netz, waren aber relativ mühselig umzusetzen.

Wozu ist ein Kiosk-Modus nützlich?
Es gibt im IT-Alltag immer mehr die Situation, daß Anwender mit reinen Web-Applikationen arbeiten. Anstatt den Anwendern eine lokale Software auf den Rechner zu installieren, braucht man ihm nur einen Weblink, ein Sicherheitszertifikat, einen Benutzernamen und ein Passwort zu übermitteln. Es ist zwar ziemlich praktisch, daß man zur Bedienung „nur“ einen Webbrowser braucht, aber gleichzeitig kann dies auch zu einem Problem werden. Da jeder Nutzer seinen Browser individuell konfigurieren und erweitern kann, ist es leicht möglich, daß der einheitliche Ablauf einer Web-Applikation dadurch nicht gewährleistet werden kann.

Dazu kommt noch, daß die typischen Browsermerkmale, wie Adress- und Navigationsleiste bei reinen Webanwendungen nicht nur stören, sondern auch eine permanente Fehlerquelle darstellen.

Eine Lösung des Problems stellen sog. Site Specific Browsers (SSB) dar. Hört sich kompliziert an, ist es aber gar nicht.

Bei einem solchen Browser fehlt ganz einfach die Adressleiste und sämtliche Navigationselemente. Sie sind nicht nötig, weil sie nur für eine bestimmte URL konfiguriert werden, und die Navigation innerhalb der Web-Anwendung stattfindet. Klickt man auf einen Link, welcher außerhalb der konfigurierten Anwendung liegt, so wird er im „normalen“ Browser geöffnet.

Typische Anwendungsgebiete
für den normalen Internet-Nutzer sind beispielsweise sämtliche Google-Anwendungen (wie gmail, gcalendar, gdocs, ggroups, gtalk und greader), aber auch twitter, studiVZ, diverse Blogsysteme und natürlich besonders Online-Banking interessant.

Beispiel: Postbank (ja, die URL ist vollständig)

Installation:
Hier finden sich derzeit die aktuellen Installationsdateien von Prism für die Betriebssysteme Windows, Mac und Linux. Alternativ kann man auch hier vorbeischauen.

Vorteil: Sicherheit
Da Prism faktisch eine eigene Browserinstallation ist, haben Sicherheitsprobleme des Standardbrowsers erstmal keine Auswirkungen auf eine Prism-Anwendung. Es sei denn, daß das gesamte System kompromittiert wäre. Ein weiterer Vorteil ist, daß mit Prism selbst nur sehr wenige und genau spezifizierte Webseiten angesteuert werden.

Vorteil: Geschwindigkeit
Prism startet ca. doppelt so schnell, wie ein normaler Browser. Es müssen ja auch keine Erweiterungen geladen werden. Auch der Seitenaufbau erscheint mir etwas flotter als beim normalen Browser.

Vorteil: Stabilität
Da Prism unabhängig vom normalen Browser läuft, wird es von einem dortigen Absturz nicht berührt.

Vorteil: Systemintegration
Prism-Anwendungen lassen sich wie normale Anwendungen ins Startmenü, die Schnellstartleiste oder auf dem Desktop integrieren.

Dafür gibt es drei verschiedene Wege, dies durchzuführen:
1. Prism starten, den Link zur Webseite eingeben, einen Namen für die Anwendung vergeben, einen Haken für den gewünschten Shortcut setzen und mit OK bestätigen. Diese Form dürfte für die meisten Anwender die gängigste Methode sein.

2. Aufruf über die Kommandozeile (oder per Batch-Datei).

3. Aufruf mit einer Webapps-Datei.

Der letzte Punkt ist zwar der Aufwendigste, weil dazu eine WebApps-Datei erzeugt werden muß, bietet aber auch die meisten Möglichkeiten. So kann man damit die Applikation mit einem eigenen Icon ausstatten, und sogar per Javascript clientseitige Anpassungen vornehmen (wer’s braucht). Dies ist der ideale Weg für Systemadministratoren. Wie man solche Dateien erstellt, kann man im Prism-Wiki nachlesen.

Tips und Tricks:
Proxy-Einstellungen in Prism einrichten:
Mit Prism einen Shortcut für „about:config“ einrichten. Damit können dann die entsprechenden Werte eingetragen werden.

Web-Zertifikate verwalten:
Mit einem Shortcut auf „chrome://pippki/content/certManager.xul“ startet man die Zertifikatsverwaltung.

Webseiten im „normalen“ Browser blocken:
Um zu verhindern, daß diese Webseiten weiterhin im normalen Browser angesteuert werden, ist es u.U. zweckmäßig, diese dort mittels der Extension BlockSite zu sperren.

Advertisements

3 Antworten to “Kioskmodus für Firefox”

  1. ixy said

    Danke für den Tip!
    Kannte ich noch nicht und kann das ganz gut gebrauchen.

    Muss ich jetzt nur noch sehen, wie ich das am besten an mein „schäfchen“ verteile…

  2. princo said

    Wenn das BS Mac oder Windows ist, dann ist es am einfachsten demjenigen ein .webapps-File zu schicken, denn auf diese Endung wird Prism verknüpft.

  3. princo said

    Habe den Artikel um den Hinweis auf das Tool „BlockSite“ erweitert.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: