Die Memoiren des Josh K. Phisher

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Partnerschaft im Straßenverkehr

Posted by princo - 12.07.2008


Autofahren ist ja mal echt so mein Ding. Immer schön freundlich, rücksichtsvoll, vorausschauend und dennoch zügig unterwegs sein, so macht das Fahren auch bei den aktuellen Spritpreisen Spaß.

Der Ort:

Ich parke gerne in einer kleinen Verbindungsstraße, welche als Einbahnstraße ausgewiesen ist.

Diese Straße ist 100 m lang. Auf den ersten 60 m kann man zu beiden Seiten der Fahrbahn in Längsaufstellung parken. auf den letzten 40 m gibt es auf der linken Fahrbahnseite eine Reihe von Parkbuchten, welche in Senkrechtaufstellung zu nutzen sind.

Genau diese Parkbuchten nutze ich ganz gerne, weil sie auch etwas schattiger sind (ideal für den Schattenparker). Da die Straße eine ganz leichte Linkskurve beschreibt, kann man jedoch erst spät erkennen, welcher Parkplatz noch frei ist.

Am Ende der Straße befindet sich eine Ampelanlage, welche dann zweispurig angefahren werden kann.

Die Situation:

Ich biege in die kleine Straße ein, und halte nach einer Parkmöglichkeit ausschau. Dafür reduziere ich natürlich die Geschwindigkeit etwas. Nach 40 m wird hinter mir gehupt. Ich erspähe den gewünschten Parkplatz, und biege elegant in einem Zug in die Parkbucht ein. Währenddessen wird wieder gehupt.

Da ich den Sinn der Huperei nicht ganz erkennen konnte (eine Hupe darf innerorts nur bei Gefahr eingesetzt werden), verließ ich den Wagen, und ging zu dem hupenden Autofahrer, welcher jetzt an der Ampel stand (junger Anzugträger, wichtige Erscheinung, BMW).

Der Dialog:

„Entschuldigen Sie, warum haben Sie mich angehupt?“
„Na, sie sind so planlos durch die Gegend gefahren.“
„Ich bin aber nicht planlos durch die Gegend gefahren, ich habe geparkt. Ich parke öfters hier.“
„Ich wollte aber noch über die Ampel kommen.“

Ich überlegte, ob ich jetzt mit ihm darüber diskutieren sollte, daß ich mich weder in Luft auflösen kann, noch daß ich ihm zuliebe auf den Parkplatz verzichte und weiterfahre, damit der feine Herr noch rechtzeitig über die Kreuzung kommt. Ich entschloß mich dann aber anders:

„Aber Sie stehen doch jetzt auch an der Ampel?“ Ich weiß, daß das jetzt etwas fies war, aber ich mag diese leicht kafkaesken Gesprächsverläufe.
„Eben war die aber noch grün!“ Damit hatte er unzweifelhaft recht, eine Ampel schaltet nun einmal zwischen rot, gelb und grün hin und her, wie das Ampeln halt so tun. Seine Finger krallten sich tiefer ins Lenkrad.
„Vielleicht sollten Sie das nächste mal einfach etwas früher losfahren, damit sie nicht so in Zeitdruck kommen.“ Diese simple Schlußfolgerung gab ihm den Rest.

Abgang. Er rief mir noch etwas sehr Ungewöhnliches hinterher, um dann mit durchdrehenden! Rädern seine Fahrt fortzusetzen.

Merke: Man muß nicht immer wild herumpöbeln, man kann auch mit ganz ruhigen Worten seinen Gegner Partner im Straßenverkehr zur Weißglut treiben :mrgreen:

So ein dummes Arschloch.

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11 Antworten to “Partnerschaft im Straßenverkehr”

  1. Sven said

    So ein dummes Arschloch

    Was denn, konntest Du ihm so tief hinunter schauen? :mrgreen:

    Wenn ich speziell in Berlin eines gelernt habe, dann ist es die Tatsache, dass Berliner BMW-Fahrer (höchstwahrscheinlich mit dem Kennzeichen B-MW 1234) grundsätzlich immer höchst wichtige Persönlichkeiten sind und auch so behandelt werden wollen – was stellst Du popeliger Opelkutscher Dich da einfach in seinem Freiheitsdrang auch einfach so und grundlos in den Weg? 😉

    Du weisst doch: die „Richtgeschwindigkeit“ beträgt in der Stadt 60 km/h – alles darunter sind einfach nur Verkehrsbremsen, welche mit aller Gewalt bekämpft werden müssen – und das Einparken geht schließlich auch mit 60 km/h und anschließender Vollbremsung :mrgreen:

  2. princo said

    Klar geht das Einparken auch mit 60 km/h und Vollbremsung, nur kann es einem dabei passieren, daß ein Smart in der Buchte steht, welchen man erst kurz vor dem Einschlag sieht :mrgreen:

  3. Sven said

    Ach, geringe Verluste sind hinzunehmen! 😉
    Immer zum Wohle der „V.I.P.´s“ (very important pistenschwein)….. :mrgreen:

  4. princo said

    Der Scherge wird sich den ganzen Tag über geärgert haben, daß ihm keine coole Entgegnung eingefallen ist.

    Das schmerzt :mrgreen:

  5. Sven said

    Das ist die größte Strafe schlechthin: Argumentation, bei welcher man zum Ende der Sprachlose ist – das kratzt richtig derbe am Ego, erst recht, wenn dann auch noch die Angebetete daneben sitzt…..(das ist fast wie Kastration ohne Betäubung)

  6. princo said

    Leider war er solo unterwegs.
    Aber mit den netten Beifahrerinnen habe ich auch schon meine Erfahrungen gemacht :mrgreen: Besonders, wenn ihr Stecher sein Ampelrennen verloren hat, weil ihm dabei die Straße ausgegangen ist 😳

  7. Ivy said

    Hach… ich liebe Autofahrer, die über die langweiligen Beschimpfungen raus sind und Wörter kennen wie kafkaesk 😉

  8. princo said

    Und ich mag es, wenn die Leser nicht um die schwierigen Wörter herumlesen.

  9. st. said

    Er rief mir noch etwas sehr Ungewöhnliches hinterher,..

    das hätte ich ja gerne noch genauer definiert. ungewöhnliche hinterherrufungen sind doch eigentlich immer ganz unterhaltend. und ich hoffe sehr, du meintest nicht „gewöhnlich“ :))

  10. princo said

    Na, das hörte sich an wie „lahmer Papa“.
    Finde ich ungewöhnlich, das hat man mir noch nicht hinterhergerufen 🙂

  11. st. said

    oh, stimmt. das ist ungewöhnlich. und irgendwie auch bekloppt. :))

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