Die Memoiren des Josh K. Phisher

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Wieder ein Rückschlag für die Dialogmarketing-Branche

Posted by princo - 16.08.2008


Wie ich soeben aus einem Artikel in Born’s Blog erfahren habe, gab es mal wieder eine eindeutige Entscheidung über die Unzulässigkeit von Werbeanrufen. Das Verwaltungsgericht Köln hat bestätigt, daß erschlichene Einverständniserklärungen zu Werbemaßnahmen ungültig sind.

Besonders gerne werden einem diese „Erklärungen“ bei der Teilnahme an Gewinnspielen untergejubelt. Aber das kennen wir ja. Die Pressemitteilung der Bundesnetzagentur bringt das auch sehr schön auf den Punkt:

Das Gericht hob in seiner Begründung insbesondere hervor, dass die
vorgelegten angeblichen Einverständniserklärungen zu den Werbemaßnahmen
allesamt ungültig sind. Die Unternehmen hatten ihren Kunden im Rahmen von
Warenbestellungen und schriftlichen Gewinnspielen stets eine vorformulierte
Einverständniserklärung abverlangt. Nach dieser als „Datenschutzerklärung“
bezeichneten umfangreichen Klausel erklärten sich die Kunden u. a. „zum
Erhalt von Werbeanrufen bereit“. Zudem sollten damit die Unternehmen
ermächtigt werden, die Kundendaten an weitere Unternehmen der Marke
„Friedrich Müller®“ weiterzugeben.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts stellen diese vorformulierten
Einverständniserklärungen keine wirksamen Einwilligungen in Werbeanrufe
dar
, weil es für den Kunden praktisch unüberschaubar sei, wer sich letztlich auf
eine solche Erklärung berufen könne. Hieran ändert auch die Möglichkeit zum
Widerruf der Erklärung nichts, da somit die Initiative zur Wiederherstellung der
ungestörten Privatsphäre auf den Verbraucher verlagert würde.

Ist das nicht eindeutig? Wie simpel soll man es denn noch formulieren? VIELLEICHT MUSS MAN ES JA EINFACH NUR IN GROSSBUCHSTABEN SCHREIBEN? oder vielleicht doch lieber alles in kleinbuchstaben. denn kleine buchstaben mögen diese firmen ganz besonders gerne.

Wer hier den Haken setzt, wird angerufen.

Wer hier den Haken setzt, wird unerlaubt angerufen.

Obwohl es reihenweise Urteile gibt, welche auf der gleichen Linie wie das des Verwaltungsgerichts Köln liegen, wird diese Nummer nach wie vor gnadenlos durchgezogen.

Wer unbedingt wissen möchte, wie solche unseriösen Gewinnspiele aussehen, der kann sich ganz einfach mal über diese Google-Suche näher informieren. Da stecken nämlich immer wieder die gleichen Firmen dahinter.

Auch die Machart ist immer die gleiche: ganz versteckt und mit fast unlesbarer Schriftgröße wird die „Einwilligung“ den Leuten untergeschoben.

Aber es gibt einen kleinen Lichtblick: Anscheinend wenden sich immer mehr Werbepartner (gerne auch „Sponsoren“ genannt) dieser Firmen von dieser Form der Werbung ab.

Ob die Zahl der unerwünschten Anrufe dadurch zurückgehen wird?

Wohl kaum, wie es Beiträge wie dieser leider vermuten lassen. Aber vielleicht ist das ja auch nur das letzte Aufbäumen vor dem Ende. Die Gerichte haben ihren Job jedenfalls gut gemacht. Jetzt liegt es auch an den Verbrauchern, sich gegen die Belästigung durch unerwünschte Werbeanrufe zur Wehr zu setzen.

Beispielsweise, indem man sich bei den Verbraucherzentralen über diese Firmen beschwert.

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