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Flashmobs in Braunschweig verboten

Posted by princo - 26.07.2009


Immer wenn man denkt, daß es nicht noch blöder geht, dann kommt einer daher und beweist einem das Gegenteil.

Ganz aktuell geht es darum, daß der angekündigte Flashmob „Picknicken auf dem Braunschweiger Schloßplatz“ vom Ordnungsamt der Stadt verboten wurde, weil angeblich:

  • Flashmobs illegal sind, und polizeilich aufgelöst werden sollen.
  • Der öffentliche Raum in Braunschweig ausschließlich dem Verkehr, also dem Transfer von Wohnung a zu Wohnung b, von Wohnung a zu Geschäft b oder von Geschäft a zu Geschäft b, dient (kein Scherz, das meinen die wirklich ernst)
  • Öffentliches Eigentum durch den Flashmob gefährdet sei (das teure Sandsteinpflaster könnte durch Picknick-Decken schwer beschädigt werden).

Ist da jetzt nur ein durchgegangener Amtschimmel am wiehern? Gibt es da vielleicht einen übereifrigen Beamten im Ordnungsamt?

Nun, die Sache erklärt sich fast von selbst, wenn man etwas genauer hinschaut.  Eine solche Entscheidung wird nämlich i.d.R. „von oben“ befohlen und abgesegnet. Und wer ist in Braunschweig derzeit „ganz oben“?.

Richtig: Oberbürgermeister Dr. Gert Hoffmann, und wenn man sich den über ihn existierenden Wikipedia-Artikel durchliest, dann sieht man gleich, aus welcher Ecke der Wind weht.

Dort erfährt man auch, wie der feine Herr Dr. Hoffmann mit Kritikern so umspringt.

Gilt in Braunschweig schon das Kriegsrecht, oder warum werden harmlose Bürger, welche sich (nicht mal politisch motiviert), zu einem bestimmten Zeitpunkt an einen bestimmten Ort aufhalten wollen, so dermaßen in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt?

Vielleicht sollten die Handlanger dieser einschränkenden Maßnahme einfach mal die eigene Webseite betrachten:

„Versammlungen und Aufzüge im öffentlichen Raum unter freiem Himmel, das sind Zusammenkünfte von Personen, die friedlich und ohne Waffen Angelegenheiten politischen Inhalts in die Öffentlichkeit tragen wollen, sind anmeldepflichtig, bedürfen aber keiner Genehmigung. Die Versammlungsbehörde kann im Interesse der öffentlichen Sicherheit die Veranstaltungen mit Auflagen versehen, die dem Anmelder in Form eines Bescheides bekannt gegeben werden. Die schärfste Form der Auflage stellt ein Verbot der Veranstaltung dar.“

Aber ein Flashmob ist einfach mal per se keine politische Veranstaltung, da beißt die Maus keinen Faden ab, damit greifen auch die ganzen Einschränkungen nicht.

Ich kann ja verstehen, daß da einige Leute etwas nervös sind, aber können die nicht bis nach der Machtergreifung damit warten?

Ganz wichtiger Hinweis: Auf gar keinen Fall darf man sich am 8.8.09 zwischen 16 und 18 Uhr auf dem Braunschweiger Schloßplatz aufhalten, und dabei etwas verzehren.

Eine Antwort to “Flashmobs in Braunschweig verboten”

  1. […] via: nerdcore via: Josh K. Phisher […]

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