Die Memoiren des Josh K. Phisher

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First Look: Ubuntu 9.10 Karmic Koala (Beta)

Posted by princo - 11.10.2009


[picapp src=“0268/a90a8a91-4da4-4ced-9a1b-748b6feacbb8.jpg?adImageId=5068297&imageId=272250″ width=“500″ height=“332″ /]

Eigentlich habe ich mich ja dafür entschieden, bei Ubuntu nur noch auf die LTS-Versionen zu setzen, weil es mir einfach zu stressig ist, mich alle halbe Jahre mit einem neuen Betriebssystem herumzuschlagen. Diese Strategie hat sich auch ganz gut bewährt, aber bei neuen Ubuntu-Releases schaut man ab und zu doch mal drauf, um zu sehen, in welche Richtung es in Zukunft gehen wird.

Jetzt ist die Beta von“ Karmic Koala“ herausgekommen, und bei der gibt es gleich zwei ziemlich knackige Änderungen: Zum Einen wird standardmäßig das Dateisystem Ext4 verwendet, und zum Anderen wird als Bootloader Grub2 eingesetzt.

Beides ist für mich besonders relevant, weil es direkt mit meinem Backup/Restore-Konzept zu tun hat.

Die ersten Tests verliefen recht angenehm. Mein neuer WLAN-Stick (nicht von AVM) wurde sauber erkannt, und ich mußte nur den WPA2-Schlüssel eingeben, damit das Netzwerk funktioniert (das muß ich mitttlerweile aber relativieren, denn nach einigen Updates funktioniert das WLAN jetzt nur noch sehr unzuverlässig :(). Auch der proprietäre NVIDIA-Grafikkartentreiber ist ohne Probleme nutzbar. Zum ersten Mal kann ich „Suspend-to-Ram“ und „Suspend-to-Disk“ wirklich „Out-of-the-Box“ benutzen, da wurde großartige Arbeit geleistet.

Eine faustdicke Überraschung ist allerdings dieses Grub2. Hier ist irgendwie alles anders als bei Grub, und ich glaube, es wäre fast besser gewesen, diesem Bootloader gleich einen gänzlich anderen Namen zu geben.

Das Problem ist, daß Grub2 nicht abwärtskompatibel ist. War man bislang gewohnt sein System mit Hilfe der /boot/grub/menu.lst anzupassen, so muß man hier kräftig umdenken, denn dieser Mechanismus wurde radikal umgekrempelt.

Bei Grub2 werden alternative Kernel und Betriebssysteme nämlich nicht mehr statisch eingetragen, sondern bei einem „sudo update-grub“ dynamisch aus der vorliegenden Systemkonfiguration ermittelt. Bei Installationen mit mehreren Betriebssystemen hat das durchaus gewisse Vorteile, aber wenn man z.B die SystemRescueCD zusätzlich auf der Festplatte installieren möchte, ist erstmal einiges an Gehirnschmalz zu investieren, damit das reibungslos klappt.

Für mich bedeutet das, daß ich hier einige Artikel ergänzen muß (kotz), damit diesem Sachverhalt genüge getan wird.

Aber die Sache hat auch etwas Positives: Mit Grub2 soll man direkt von einem Raid-Verbund booten können. Das war bislang nur bei einem Raid-1 möglich, und wenn das jetzt auch mit den anderen Raid-Leveln möglich ist, wäre das ein gigantischer Fortschritt.

Es stellt sich nun die Frage, ob man das Update auf Karmic Koala gefahrlos mitmachen kann, denn mit einem neuen Dateisystem und einem völlig neuen Bootloader werden ganz essentielle Bestandteile des Betriebssystems geändert. Die Entwicklung von Grub2 ist z.B. noch gar nicht abgeschlossen, und Ext4 ist auch noch ziemlich neu. Das Problem dabei ist, daß Dokumentation und Erfahrungsberichte dazu noch recht dünn gesät sind.

Ich persönlich werde „Karmic Koala“ erstmal auf einer extra Festplatte installieren und ordentlich Erfahrungen sammeln.

Meine „Produktivsysteme“ werde ich dann ab dem 26.04.09 umstellen, wenn die nächste LTS-Version „Lucid Lynx“ herauskommt.

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