Die Memoiren des Josh K. Phisher

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Posts Tagged ‘Betrug’

Kleiner Hinweis

Posted by princo - 03.04.2010

an die Trolle, welche gestern versucht haben, sich hier in den Kommentaren auszutoben:

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Posted in Abuse, Stalking, Subtext | Verschlagwortet mit: , , | 2 Comments »

Warnung vor: www.musiker-in-deiner-stadt.de

Posted by princo - 09.02.2010

Daß das Internet ein Platz für Abzocker und Betrüger ist, dürfte mittlerweile jedermann bekannt sein. Würde ich über alles berichten, was mir so unter kommt, dann hätte ich viel zu tun. Daher beschränke ich mich auf die besonders ungewöhnlichen oder besonders dreisten Maschen, auf die ich aufmerksam werde.

Beim Bloggerkollegen Dobschat stolperte ich gestern vor einigen Tagen über diesen Artikel. Ich folgte den dortigen Links, und las mich etwas durch die ganze Angelegenheit. Sehr schnell wurde klar, daß dies ein Thema für mein Blog ist, weil die Sache besonders perfide und dreist aufgebaut ist. Außerdem stellt sich einem fast zwangsläufig die Frage, ob die „Hintermänner“ noch alle Latten am Zaun haben.

In einem meiner letzten Artikel hatte ich herausgearbeitet, daß die Vertreter der Nutzlosbranche gerne schon im Vorfeld ihre Opfer verhöhnen (Stichwort „Jogginghose„). Bei musiker-in-deiner-stadt.de wird dies allerdings zum zentralen Geschäftskonzept gemacht.

Die Webseite wirbt mit dem Spruch Sind Sie ein Musiker? Ob Anfänger oder Profi, tragen Sie sich
kostenlos ein damit andere Musiker Sie finden können!“
. (Zeichensetzungsfehler wie im Original, Hervorhebung durch mich).

Klingt ja erstmal gut. Auch in den „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ steht NICHTS von irgendwelchen anfallenden Kosten. Es sieht also nach einen durchaus seriösen Angebot aus.

Wie finanziert sich dieses tolle Angebot wohl? Nun, großartige Werbung kann man auf dieser Webseite nicht sehen, also fällt dieser Aspekt schon einmal flach.

Die Sache erhellt sich allerdings, wenn man sich etwas im Netz umschaut.

Kleiner Ausflug: Die Wikipedia schreibt zum Thema „Betrug“:

Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Worin liegt das Problem? Nun, hinter diesem Angebot scheint jemand zu stecken, der allem Anschein nach, von einer Form des Größenwahns befallen ist (Morbus Bahlsen), aber dazu kommen wir später.

Wie funktioniert das? Den vorliegenden Berichten zufolge, funktioniert die Abzocke folgendermaßen:

[picapp align=“left“ wrap=“true“ link=“term=latex&iid=196588″ src=“0193/cd64ab36-dead-4b46-9413-37181f6c82bf.jpg?adImageId=9954430&imageId=196588″ width=“234″ height=“351″ /]Wer sich auf diesem „Portal“ registriert, um z.B: neue Bandmitglieder zu aquirieren, unterwirft sich pauschal den nicht näher definierten Benutzungsbedingungen. Sorry; es gibt zwar so etwas wie Nutzungsbedingugen, aber in denen werden nur Sanktionen gegen etwaiges Fehlverhalten definiert, was grundsätzlich auf eine Sperrung des Accounts hinausläuft. Die nötigen Kriterien dafür werden nicht erläutert.

Und das liegt der Hase im Pfeffer begraben: Aus diesen Sperrungen kann man sich nur durch die Zahlung einer gewissen Summe frei kaufen. Der Witz dabei ist, daß die Gründe für eine solche Sperrung völlig willkürlich gewählt sind, und an keiner Stelle dargelegt werden. Selbst die Nachfragen nach den Gründen für eine Sperrung werden mit weiteren Sanktionen „geahndet“.

Glaubt man den bisherigen Berichten Betroffener, dann kann bereits die Verwendung völlig normaler Worte (wie z.B. „grün“ oder „Telefon“) im Benutzerprofil als Verstoß gewertet werden. So etwas ist völlig lebensfremd, und riecht ganz extrem nach Abzocke, es sei denn, man hat einen gewissen Hang zum Masochismus (dann würde sich dieses Angebot u.U. sogar lohnen).

Verantwortlich für diese Webseite sind angeblich:
Rueger Claudio und Leroux Pascal
Ligusterstr. 46
D-90560 Wendelstein

Erstaunlich ist, daß diese Methode wohl schon seit einigen Jahren funktioniert.

Meine Meinung dazu:

Rueger Claudio und Leroux Pascal spiegeln seit geraumer Zeit mittels vieler verschiedener international gestalteten Webseiten den Eindruck vor, daß hier eine Art Vermittlungstätigkeit ausgeübt wird. Diese Tätigkeit läßt sich allerdings nicht belegen. Es gibt keine Hinweise darauf, daß hier regelmäßige erfolgreiche Vermittlungen stattfinden, ich habe jedenfalls keine gefunden.

Die Gestaltung der diversen Internetpräsenzen sowie unabhängige internationale Erfahrungsberichte lassen nur den Schluß zu, daß es einzig und allein darum geht, etwaigen Interessenten mit völlig hirnrissigen „Strafzahlungen“ das knappe Geld aus der Tasche zu ziehen, ohne dafür irgendeine Gegenleistung bereitstellen zu können.

Ob das jetzt den Straftatbestand des Betrugs erfüllt, kann ich nicht beurteilen, aber ich denk mir meinen Teil.

Und weil es gerade so kuschelig ist: Es geht das Gerücht um, daß Rueger Claudio und Leroux Pascal ihre Anwälte losschicken, um negative Berichte über ihr Geschäftskonzept zu unterbinden.

Jepp, das hier ist ein Bericht, der nicht besonders positiv ist, und wenn jetzt irgendwelche XXX (entfernt wg. Selbstzensur) dagegen tätig werden wollen, dann muß das wohl so sein.

Aber, ich habe hier nur ca. 20% von dem abgelassen, was ich in einem regulären Verfahren vortragen würde.

Was mir übrigens auch aufgefallen ist: Während der Registrierungsprozedur werden einem die Nutzungsbedingungen (aka „der „Sklavenvertrag“) per Popup-Fenster angezeigt. In diesen Fenstern fehlen sämtliche Navigationselemente, und auch das Kontextmenü ist abgeschaltet. Somit kann man sich diese „Nutzungsbedingungen“ auch gar nicht ausdrucken. Ein Schelm, wer dahinter eine gewisse Absicht vermutet….

Beeindruckend übrigens auch der latente Hang zum Größenwahn zur Expansion: Die Betreiber sind „international“ tätig, haben verschiedene landesspezifische Domains registriert, und hauen damit kräftig auf die Pauke. So gibt es tatsächlich 13 verschiedene „Landesreferate“. Diese werden allerdings offensichtlich zentral verwaltet….

Fazit:

An dieser Stelle kann ich mich nur Carsten anschließen: Es gibt bestimmt eine Reihe besserer, einfacher, und problemloserer Möglichkeiten an Mitmusiker o.ä. heran zu kommen. Um Musiker-in-deiner-Stadt werde ich jedenfalls einen großen Bogen machen.

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Warnung: Vorsicht bei www.iway24.de

Posted by princo - 16.01.2010

Es gibt mal wieder Neuigkeiten über Thomas Wos aus Dettenheim. Während die Einen noch immer um ihre Prämien bangen, werden die Anderen gerade in ein komplett anderes „Projekt“ umgewandelt.

Gleichzeitig werden zwei völlig neue Geschäftsfelder erschlossen: Thomas Wos wird eMail-Provider und Nachwuchskomiker. Außerdem wird gerade eine völlig neue Technik ausprobiert, die dafür sorgen soll, daß man wirklich nur die dümmsten, der dümmsten, der dümmsten Menschen als Opfer Kunden gewinnt, weil die erfahrungsgemäß hinterher weniger Ärger machen, wenn die ganze Choose in sich zusammenfällt.

Man hält sich auch gar nicht mit großartigen Erklärungen auf, denn man muß sich nämlich erstmal registrieren, damit man überhaupt erfährt, um was es geht, und wieviel es kostet.

Perfiderweise tarnt sich das Unternehmen als Freemail-Angebot, und jemand, der dort nur mal eben schnell eine Mailadresse einrichten möchte, ahnt womöglich gar nicht, in welche Gesellschaft er sich da begibt. Von Kosten ist da nämlich zuerst gar nicht die Rede.

Man gibt sich auch ansonsten viel Mühe, den eigentlichen Zweck der Internet-Seite zu verschleiern, denn die gesamte momentan laufende Werbung adressiert ausschließlich auf die Unterseiten iway24.de/partner (Screenshot) oder iway24.de/lpage (Screenshot) und nicht auf die normale Einstiegsseite, wo nur ein Freemail-System vorgetäuscht wird.

Es fällt auf, daß diese beiden Unterseiten weder von der Diktion, noch vom Design her zum restlichen Webauftritt passen. Es fehlen dort sogar jegliche Navigationselemente.

Aber auch die Hauptseite zeigt zumindest auf den zweiten Blick gewisse Auffälligkeiten. Offensichtlich wurde sie ursprünglich für eine Bildschirmbreite von 800 Pixeln erstellt. Das erkennt man an den Positionen der gestalterischen Elemente. Auf der rechten Seite wurde eine zusätzliche Spalte angefügt, welche vom Schriftschnitt völlig aus dem Rahmen fällt, zudem passt die vertikale Ausdehnung des Textblocks nicht zur übrigen Seite, es wirkt wie „rangeklatscht“. Gestützt wird diese Annahme noch von dem sinnfreien Zeilenumbruch in der Fußzeile, wo der Begriff „Geld verdienen“ völlig unnötig auseinander gerissen wird.

Nach Lage der Dinge kann man davon ausgehen, daß die Webseite nicht vom ursprünglichen Ersteller verändert wurde. Das Ganze wirkt so elend dilettantisch, als ob es ein Würstelbräter verbrochen hätte.

Und genau diesen Würstelbräter findet man dann tatsächlich am Ende der /partner Seite wieder:

Da hätten wir ja wieder einmal den Dennis Vorpahl, jenen begnadigten Webdesigner aus Lürschau, der hier ja auch schon eine kleine Krankenakte hat.

Überhaupt, die /partner Seite ist der Ober-Burner, dort macht man sich schon gleich über die armen Teufel lustig, die auf diesen Schmarren hereinfallen werden:

  • „Wie Sie jetzt sofort Ihren Arbeitsplatz nach Hause verlegen und mit Ihrer Emailadresse ein monatliches Fixeinkommen von satten 2.600 Euro verdienen!“
  • Wie Sie in Ihrer Jogginghose jetzt ein Fixeinkommen aufbauen wovon Ihr Nachbar nur träumen kann
  • Sie genießen gerade irgendwo in Ihrer Badehose die Sonnenseite des Lebens!
  • …Sie verdienen in Ihrer Jogginghose 2.600 Euro im Monat und lachen sich ins Fäustchen!
  • Stellen Sie sich vor, Sie stehen morgens gemütlich auf, Sie setzen sich gemütlich in Ihrer Jogginghose an den PC, arbeiten 2-3 Stunden am Tag und genießen Sie den Rest des Tages. Ohne lästigen Verkehrsstau und ganz wichtig ohne nervige Vorgesetzte. Was für ein tolles Leben!

Aber auch die /lpage Seite hat so ein Schmankerl: „Vorsicht!! Diese Seite kann sehr gefährlich für Sie sein !“

Ich seh‘ die Brüder schon vor meinem geistigen Auge, wie sie vor einem Richter stehen werden, und sich damit rechtfertigen, daß das doch ganz klar erkennbarer Blödsinn war, was da geschrieben wurde, und daß doch jeder Halbidiot hätte erkennen müssen, daß das völlig unrealistisch war. Außerdem hätte man ja explizit auf die Gefährlichkeit hingewiesen.

Übrigens verrät der Text dem aufmerksamen Leser ganz genau, welche Zielgruppe erreicht werden soll:

[picapp align=“none“ wrap=“false“ link=“term=couch+potato&iid=5234267″ src=“c/f/9/9/Young_Man_Lies_8289.jpg?adImageId=9048975&imageId=5234267″ width=“234″ height=“236″ /]

Es sind derzeit eine ganze Menge Leute lustig am Spammen, um diese Deppenfalle zu bewerben. Ich habe übrigens gehört, daß diese sich durch diese Werbung in Mithaftung begeben, falls die Sache schief geht. Aber diesen Sachverhalt können rechtskundige Menschen sicher besser erklären. Auf Twitter kann man sich dieses Spamming ganz aktuell und in Echtzeit anzeigen lassen. Besonders interessant dabei ist, daß man durch die chronologische Sortierung genau ermitteln kann, wer den ersten Spamtweet für iway24.de abgesetzt hat (und welche Ref-ID derjenige hat), nur mal so als Hinweis für die ganzen Hobbyermittler.

Fazit:

Man muß schon ganz schön einen an der Waffel haben, um nicht zu erkennen, daß mit diesem Angebot etwas nicht stimmen kann. Kluge Menschen werden eine solche Webseite sofort wieder verlassen, aber auf die hat man es ja auch gar nicht abgesehen.

Nein, man möchte an die dummen und geldgierigen Menschen heran, denn die werden kaum ernsthafte Schwierigkeiten machen, und lassen sich auch prima einschüchtern, falls sie doch mal aufmucken sollten.

Nachdem die tolle Verdienstflatrate erwartungsgemäß zusammengebrochen ist, mußte man wohl trotzdem die murrenden Gläubiger beruhigen, und hat daher diese Theaterkulisse iway24.de aufgezogen. Aber auch hier ist keinerlei Substanz oder unternehmerisches Geschick erkennbar. Es scheint sich auch wieder um ein verbotenes Schneeballsystem zu handeln, und man kann durchaus davon ausgehen, daß auch dieses Luftschloß in sich zusammenfallen wird.

Auf mlm-infos, bei szene-insider und auf dem homepagefriedhof weiß man übrigens auch schon bescheid.

Ich bin übrigens nicht mal besonders erstaunt, wie lange die veralberten „Kunden“ brauchen, bis sie merken, wie sehr sie an der Nase herumgeführt werden. Die haben einfach zu wenig Apfelkerne gegessen.

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Und ewig grüßt das Murmeltier

Posted by princo - 08.01.2010

[picapp align=“left“ wrap=“true“ link=“term=groundhog&iid=2635607″ src=“5/1/3/0/Punxsutawney_Phil_Makes_7168.jpg?adImageId=8866190&imageId=2635607″ width=“234″ height=“160″ /]Erinnert ihr euch an die Geschichte von dem dynamischen jungen Mann, dessen Geschäfte nie so richtig in die Gänge kommen wollen?

An anderer Stelle macht man sich gerade ganz große Sorgen. (Stellt euch etwas Popcorn bereit) :mrgreen:

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Zu Besuch im Euro VIP Casino

Posted by princo - 08.08.2009

In meiner kleinen Spam-Analyse hatte ich ja angekündigt, daß ich mir dieses seltsame Euro VIP Casino näher anschauen werde.

Dieses seltsame Casino wird ganz extrem per Spam beworben, und macht bei mir mehr als ein Drittel des deutschsprachigen Spams aus.

Sehr auffällig dabei ist, daß die beworbenen Webseiten ständig (im Prinzip mindestens täglich) wechseln.

Da wären zum Beispiel:

  • casinoclubwonderful.net
  • globalrainbowcasino.net
  • galaxygreatgame.net
  • globalcasinolife.net
  • playcasinoglobal.net
  • vegaskingcasino.net
  • casinolinelife.net
  • playlinecasino.net
  • wonderfulcasinoclub.net
  • casinoclubwonderful.net
  • casinolinevegas.net
  • linestarcasino.net
  • casinolinesilver.net
  • casinovivaglobal.net
  • globalopencasino.net
  • linecasinogreat.net
  • citygreatgame.net
  • casinowonderfulstar.net
  • usw.

Viele Leute wundern sich, wie das Ganze funktioniert. Warum werden Seiten beworben, die am nächsten Tag bereits abgeschaltet sein können? Damit stehen die Leute doch gleich wieder vor verschlossenen Türen. Wie kann man so Geld verdienen?

Die Lösung dafür ist dreigeteilt und ganz simpel:

1. Die genannten Domains sind reine Wegwerf-Webseiten. Die brauchen gar nicht lange existieren, denn es geht dort nur darum, die Opfer dazu zu bringen eine „Zugangssoftware“ zu installieren. Wenn die erstmal installiert ist, dann läuft jegliche weitere Kommunikation nur noch darüber. Die ursprüngliche Seite wird nicht mehr benötigt. Man kann sich dort auch gar nicht „einloggen“ oder ähnliche Dinge tun. Natürlich gibt es auf diesen Seiten auch keinen Hinweis auf den Anbieter, aber dazu später mehr.

2. Auf den Webseiten werden die Inhalte grundsätzlich von einem ganz anderen Server per iFrame eingebunden. Derzeit ist das der Server von „euclubcasino.net“. Dort liegt auch die „Zugangssoftware“, welche man herunterladen soll. Damit will man vermeiden, daß „euclubcasino.net“ in irgendwelchen Sperrlisten landet. Die bespammten Domains können dadurch gefahrlos verbrannt werden. Die müssen nur während der eigentlichen Spamaktion zur Verfügung stehen.

Ich habe mal einen kleinen Screencast erstellt, um zu zeigen, wie das mit der Software funktioniert.

Leider kann ich diesen Screencast nicht direkt auf der Seite einbinden, daher wird  ein extra Fenster geöffnet. Es ist ratsam, sich das Video im Vollbildmodus anzusehen.

Link zum Screencast

Hierbei kommt es mir besonders auf die Demonstration an, wie die diversen „Geschäftsbedingungen“ verpackt werden. Die sind entweder gigantisch umfangreich, oder schlichtweg nicht vorhanden.

Ich habe im Video die eigentliche Anmeldung nicht vorgenommen, habe dies in der Vorbereitung allerdings getan. Dafür habe ich natürlich Fantasiedaten verwendet, weil ich sehen wollte, wie das dort weiter geht. Besonders die Zahlungsmöglichkeiten haben mich besonders interessiert. Einen direkten Hinweis auf den Anbieter habe ich dort übrigens nicht finden können. Dies klärte sich aber recht schnell und auf eine kuriose Weise auf.

Der unerwartete Chat:
Ich klickte also etwas in dieser „Software“ herum, als sich plötzlich und unverlangt eine Art Chatfenster öffnete:

Chat01

Chat02

Chat03

Anscheinend werden dort die Anmeldedaten von einem Humanoiden überwacht, der sich dann recht schnell einschaltet. Sauber.

Lustigerweise konnte er mir nicht sagen, wer sein Chef ist, aber er gab den entscheidenden Hinweis darauf, wie die Sache genau funktioniert: Ich sollte mich für weitere Rückfragen an support@magicboxcasino.com wenden.

Das klang auf einmal ziemlich plausibel, weil die Software genau diesen Namen im Logo führt (und nicht etwa Euro VIP Casino, wie ich es erwartet hätte). Ruft man nun diese Domain im Browser auf, klärt sich alles mit einem Schlag auf.

Dort gibt es zwar auch den Download für die „Zugangssoftware“, aber die liegt auch direkt auf dem Server magiboxcasino.com (und nicht auf euclubcasino.net, wie bei den bespammten Seiten).

Der Clou ist nun, daß es dort einen Link auf ein Affiliate-System gibt.

Die Sache läuft so:

  1. Das Magic Box Casino führt die eigentlichen „Glückspiele“ durch, und stellt die dafür erforderliche Infrastruktur bereit. Diese „Firma“ macht auch das Inkasso der Spieleinsätze.
  2. Das Euro VIP Casino ist eine davon völlig losgelöste Fantasiefirma, welche eine eigene Form der „Zugangssoftware“ per Spam unter die Leute bringt.
  3. Die „Zugangssoftware“ vom Euro VIP Casino hat vermutlich eine interne Kennung, welche bei der Installation an das Magic Box Casino übermittelt wird.
  4. Dafür bekommt das Euro VIP Casino vom Magic Box Casino eine Provision. Ob sich diese Provision pro erfolgreicher Installation oder gar nach Umsatz der Spieler berechnet, kann ich nicht sagen.

Verstanden?

Das Magic Box Casino kann so immer behaupten, daß es mit der Spammerei nichts zu tun hat, obwohl sie davon natürlich massiv profitieren. Sie bezahlen die Bande um das Euro VIP Casino dafür, daß die diese Drecksarbeit übernehmen.

Mir ist es übrigens nicht verständlich, wie jemand auf die Idee kommen kann, daß man bei einem Online-Kasino eine effektive Chance auf einen Gewinn hätte. Da wird nix kontrolliert, die Software könnte manipuliert sein, die Betreiber bleiben unerkannt, und das Ganze riecht schwer nach organisierter Kriminalität.

Wahrscheinlich spielen dort genau die Leute mit, die sich gepresste Hühnerscheiße als Viagra andrehen lassen.

Nachtrag 09.08.2009: Eine schöne Screenshot-Sammlung der immer gleichen Layouts findet sich hier.

PrivilegeClub

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